Leitfaden für die Sicherstellung von IT-Geräten präsentiert

23. Jänner 2002, 15:32
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Strasser: "Hohes Niveau bei der Sicherstellung von Beweismitteln halten"

Eine Richtlinie, wie sich Exekutivbeamte bei der Sicherstellung von elektronischen Beweismitteln verhalten sollen, wurde am Mittwoch von Innenminister Ernst Strasser (V) und dem Bundeskriminalamt präsentiert. Wichtig sei die lückenlose Beweissicherung gleich vom Tatort an, hieß es. Rund fünf Prozent des Welthandelsvolumens mache der Schaden durch IT-Kriminalität aus.

"Hohes Niveau soll gehalten werden"

Ziel sei, das hohe "Niveau bei der Sicherstellung von Beweismitteln halten", so Strasser. Er verglich eine Hausdurchsuchung mit dem Durchsuchen der Festplatte eines Computers. Bei der neuen Form der PC-Kriminalität müssten die Beamten auch Handys, Organizer und Faxgeräte in die Ermittlungen miteinbeziehen.

"Entscheidende Bedeutung"

Das ordnungsgemäße Sichern der Beweise am Tatort sei von entscheidender Bedeutung für weitere Erhebungen und Verfahren, erklärte der Leiter der Gruppe Kriminalpolizei, Herwig Haidinger. Die vorgestellte Richtlinie sei der Start zu Ausbildungen der Mitarbeiter im IT-Bereich.

Cybercops mit Taschenführer

Die Richtlinien sollen den ermittelnden Beamten Grundlagen, Beratung und Schutz geben, erklärte "Cyber-Cop" Bernhard Otupal. Neben ausführlichen Informationen erhalten alle Beamten auch einen "Taschenführer" mit Stichworten und Kontakttelefonnummern, die beim Dienstausweis aufgehoben werden können. Dieser Schritt war beschlossen worden, nachdem im November vergangenen Jahres die "Convention of Cyber Crime" von 31 Ländern unterzeichnet worden war.

Risa Schuhmeister-Schmatral von der Staatsanwaltschaft Wien wies darauf hin, wie wichtig eine lückenlose Beweissicherung für ein Verfahren sei. "Hieb- und stichfeste" Ermittlungsergebnisse würden nicht zuletzt auch die Verfahrenskosten senken, da Einsprüche nicht so leicht möglich seien.

Die ersten "Richtlinien" überreichte der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit", Erik Buxbaum, an Vertreter von Gendarmerie und Polizei. Bis zum Sommer sollen alle Exekutivbeamten auf die neuen Wege der Ermittlung vorbereitet sein. Für Buxbaum sei dies eine "Chance, in Europa Vorreiter bei der Bekämpfung von IT-Kriminalität zu werden".(APA)

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