Brandschutzbestimmungen für längere Tunnel sind ungenügend

23. Jänner 2002, 14:49
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Autofahrerclubs fordern Entschärfung der Portale und Betriebsfeuerwehren

Wien - Anlässlich der fünften Sitzung der Tunnelkommission am Mittwoch, präzisierten ARBÖ und VCÖ in Aussendungen ihre Forderungen. Der Verkehrsclub verlangte Betriebsfeuerwehren bei längeren Tunnel, der Autofahrerclub forderte eine bessere Absicherung der Portale.

Der ARBÖ hat die Tunnel auf der Semmering Schnellstraße (S6), Pyhrnautobahn (A9), Tauernautobahn (A10) und Südautobahn (A2) überprüft. Beanstandet wurden die teilweise verschmutzten Fahrbahnen, Tunnelwände und Reflektoren sowie Lichtverhältnisse. Besonders kritisiert wurde der Ganzsteintunnel auf der S 6.Er sei total verschmutzt.

Lob gab es für den Bosrucktunnel auf der A9, der nach der Sanierung "Licht ins Dunkel" bringe, so der ARBÖ. Auf der A10 seien alle Anlagen mit Ausnahme von Ofenauer - und Hiefler Tunnel in einem sehr guten Zustand. Die Sanierung der beiden kritisierten Röhren müsse noch vor der nächsten Reisewelle in Angriff genommen werden.

Der Autofahrerclub forderte auch eine einheitliche Ausstattung mit Verkehrszeichen und Ampeln im Bereich der Tunnel. Die Gefahr im Bereich der Portale sei mit Aufpralldämpfern nicht in den Griff zu bekommen. Eine Entschärfung sei nur durch verlaufende Leitsysteme wie Beton- oder Stahlleitschienen und bessere Markierung möglich.

Von der Exekutive forderte der ARBÖ verstärkte Kontrollen der Geschwindigkeit und des Sicherheitsabstandes in Tunnel- und Baustellenbereichen. Mit dem Einsatz der "Section Control" hätte die Verkehrsüberwachung ein effizientes Instrument gegen Raser zur Verfügung.

Brandschutzbestimmungen für längere Tunnel sind ungenügend

"Die derzeitigen Brandschutzbestimmungen für längere Tunnel sind ungenügend. Es ist höchste Zeit, dass für längere Tunnel Betriebsfeuerwehren verpflichtend vorgeschrieben werden", erklärte Wolfgang Rauh vom VCÖ-Forschungsinstitut. Er forderte Betriebsfeuerwehren für Tunnels ab einer Länge von 800 Meter.

Brandschutzexperten hätten bestätigt dass es entscheidend sei, binnen zehn Minuten am Brandort zu sein, so der VCÖ. Nur Betriebsfeuerwehren könnten diese Einsatzzeiten erreichen. Dauere es bis zum Eintreffen länger, könne man den Tunnel nur ausbrennen zu lassen.

Die von Gefahrenguttransporten verursachten Kosten sollten von Transporteuren und nicht von der Allgemeinheit getragen werden, hieß es von Seiten des VCÖ. Der Verein sei erfreut, dass sich die Kommission für eine Wiederaufnahme der Anmeldepflicht für Gefahrenguttransporte ausgesprochen habe. (APA)

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