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23. Jänner 2002, 18:33
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Ausstellung im Wiener Ringturm zeigt "Europas Beste Bauten" der Jahre 1999 und 2002 - ausgezeichnet von der EU und der Mies van der Rohe Stiftung

Wien - Europas bestes Bauwerk der Jahre 1999 und 2000 steht in San Sebastian und stammt vom spanischen Architekturstar Rafael Moneo. Dieser Ansicht war eine internationale Jury aus Architekten, Kritikern und Architekturhistorikern und kürte Moneos Kursaal-Zentrum im Vorjahr aus 200 vorgeschlagenen Bauten mit dem "Mies van der Rohe Pavillon Preis", der seit 1987 zweijährlich vergeben wird und 2001 erstmals als offizieller "Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur" verliehen wurde. Eine Ausstellung der Short List dieses Wettbewerbs stellt "Europas beste Bauten 2001" nun bis 22. März im Wiener Ringturm vor.

Foto: Atelier Nagler<br>
copyright: Atelier Moneo
Florian Nagler: Verteilerzentrum Kaufmann Holz AG, Bobingen, Deutschland

Schweizer Architektur musste draussen bleiben

Für Jury-Mitglied Dietmar Steiner, Leiter des Architekturzentrum Wien, zählt der Preis zu den bestvorbereiteten überhaupt. Mit ihm könne ein hervorragender Überblick über das zeitgenössische Bauen gewonnen werden. Freilich durften nicht alle Bauten, die große Aufmerksamkeit bei Publikum und Presse gefunden haben, auch antreten: Weil die EU zwar auch Architekten und Bauten jener Länder mitmachen lässt, mit denen sie Kulturabkommen unterhält, dazu aber etwa die Schweiz nicht zählt, musste auf Jean Nouvels gefeierte Konzerthalle in Luzern oder die Tate Modern, die von den Schweizer Architekten Herzog und de Meuron in London errichtet wurde, verzichtet werden.

Foto: Rafael Moneo: Kursaal Zentrum, San Sebastián, Spanien<br>
copyright: Atelier Moneo
Steiner: "Sogar der bisherige Underdog Deutschland ist dabei aufzuholen"

37 Bauten sind es insgesamt, die in Fotos, Plänen und in 20 extra für diese Wanderausstellung angefertigten Modellen vorgestellt werden. Sie zeigen auch die Vielfalt heutiger Bauaufgaben. Klare Linienführung, ein Hang zur Reduziertheit dominiert, ohne größere Glasflächen scheint kaum ein Architekt auskommen zu können. "Insgesamt zeigt der Wettbewerb, dass sich die Architektur-Qualitäten der einzelnen Länder auf hohem Niveau angleichen", meint Steiner, "sogar der bisherige Underdog Deutschland ist dabei aufzuholen."

Das Siegerprojekt

Das Siegerprojekt ist eindrucksvoll an eine Flussmündung gebaut. Auf einem gemeinsamen Sockel sind zwei zueinander schräg gestellte Kuben ein Auditorium und eine Kongresshalle aus Stahl und Glas errichtet. Virtuos spielt es mit Kunst- und Tageslicht, Innen- und Außenraum. (APA/red)

"Europas beste Bauten 2001"
Ausstellung im Wiener Ringturm
24. 1. bis 22.3., Mo-Fr, 9-18 Uhr. Freier Eintritt
Wiener Städtische

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