Deutscher Baukonzern soll Bin Laden finanziert haben

23. Jänner 2002, 12:33
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Polizei ermittelt wegen Schmiergeldzahlungen in Saudiarabien

Frankfurt/Main - Das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) verfolgt Hinweise, wonach der Baukonzern Philipp Holzmann in den 80er Jahren das Terrornetzwerk El Kaida von Osama bin Laden unbeabsichtigt mit Schmiergeldern in Millionenhöhe unterstützt hat. Das bestätigten das BKA und der Konzern am Mittwoch. Details wollten beide jedoch nicht mitteilen. Zuvor hatten die Illustrierte "stern" und der Südwestrundfunk (SWR) berichtet, der Frankfurter Konzern habe für den Bau des König-Fahd-Stadions in der saudiarabischen Hauptstadt Riad 200 Millionen US-Dollar (226 Millionen Euro) Schmiergeld gezahlt - mehr als ein Drittel der Auftragssumme von 560 Millionen Dollar.

Dabei berufen sich "stern" und SWR auf einen anonymen Geschäftsmann aus dem Rheinland, der bereits vom BKA verhört worden sei. Der Geschäftsmann erklärte den beiden Medien, dass die Summe mit Hilfe des langjährigen Geheimdienstchefs Saudiarabiens, Prinz Turki al Faisal, an die Terrororganisation gelangt sei. Prinz Turki galt in den 80er Jahren ein Weggefährte Bin Ladens.

Nach diesen Berichten wurde die Wiesbadener Behörde im Auftrag der US-Bundespolizei FBI tätig. Ein Sprecher des Holzmann-Konzerns bestätigte die BKA-Ermittlungen, konnte zu den Zahlungen aber nichts sagen. Sämtliche Unterlagen über das Projekt in Riad seien vernichtet worden, nachdem die Aufbewahrungsfristen abgelaufen seien. Man werde die Behörden aber nach allen Kräften unterstützen. (APA/Reuters)

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