Knesset-Präsident nahm Einladung des palästinensischen Parlaments an

23. Jänner 2002, 12:24
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Burg traf Korei in Frankreich

Paris/Jerusalem - Der israelische Parlamentspräsident Avraham Burg will ungeachtet massiven Widerstands aus den Reihen der rechten Parteien eine Rede vor dem palästinensischen Parlament in Ramallah halten. Burg, der der Arbeiterpartei angehört, nahm am Mittwoch bei einem Treffen in Paris eine formelle Einladung seines palästinensischen Amtskollegen Ahmed Korei (Abu Ala) an, berichteten Israels Medien. Rechtsgerichtete Knesset-Abgeordnete drohten Burg daraufhin am Mittwoch mit der Amtsenthebung.

Burg hat bekräftigt, dass er vor dem palästinensischen Legislativrat sprechen wird, selbst wenn Ministerpräsident Ariel Sharon das Treffen verbieten sollte. Sharon, Chef des rechten Likud-Blocks, hatte erst kürzlich Staatspräsident Moshe Katzav untersagt, vor dem Parlament in Ramallah zu sprechen, wo der Präsident eine versöhnliche Rede halten und auf Wunsch der Palästinenser zu einer einjährigen Waffenruhe beider Seiten aufrufen wollte. Der israelische Präsident kann außenpolitisch nur auf Vorschlag der Regierung aktiv werden.

Burg, der zum linken Flügel seiner Partei gehört und jüngst bei der Wahl des Parteivorsitzenden dem "Hardliner" Verteidigungsminister Benjamin Ben-Eliezer unterlegen war, macht sich seit Monaten für den Austritt seiner Partei aus dem Regierungsbündnis mit Sharon stark. Zusammen mit anderen linken Politikern und Mitgliedern der Friedensbewegung hat er eine Initiative gegründet, die - zusammen mit palästinensischen Persönlichkeiten - für einen Ausgleich zwischen beiden Völkern eintritt. Außenminister Shimon Peres, der sich bisher für den Verbleib seiner Partei in der Koalition ausgesprochen hat, unterstützt nach eigenen Angaben Burgs Initiative. (APA/dpa)

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