"Breitbandinternet erst am Beginn"

23. Jänner 2002, 12:23
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Telekom-Regulator erwartet die ersten UMTS-Anbieter bereits Ende 2002

Wien - Für den Telekom-Regulator Heinrich Otruba ist Breitbandinternet "das Motto dieses Jahres". Österreichs Breitbandinternet sieht Otruba jedoch erst am Beginn seiner Entwicklung. Derzeit gibt es in Österreich etwa 200.000 Breitbandinternetanschlüsse - im Wesentlichen ADSL und Internet via Telekabel. Dass diese Zahl noch nicht größer ist, führt Otruba auf fehlende Anwendungen wie etwa Videostreaming oder Bildtelefonie zurück.

Impulse

Impulse für die bestehenden Breitbandtechnologien erwartet der Regulator vor allem durch die Einführung der mobilen Breitbandkommunikation, die dritte Mobilfunkgeneration UMTS. Otruba rechnet mit dem Start der ersten beiden UMTS-Anbieter noch Ende des heurigen Jahres, unter ihnen voraussichtlich auch ein Anbieter, der bisher noch nicht am Markt vertreten war, nämlich Hutchison 3G.

Neue Anbieter

Auch würden zahlreiche ausländische Unternehmen, etwa die Swisscom mit ihrer Tochter UTA, die Deutsche Telekom oder die holländische KPNQwest bereits auf den Markt drängen. Vor allem die Deutsche Telekom werde ihr ADSL-Produkt T-DSL heuer in Österreich stark pushen, so Otruba.

Ein deutliches Wort mitreden würden alternative Telekomanbieter auch im Bereich der Basisnetze (Backbone). "Hier ist die Konkurrenz für die Telekom Austria schon relativ massiv", so Otruba am Dienstagabend vor Journalisten.

Die Telekom Austria wird nach Meinung Otrubas auch im Festnetzbereich mit weiteren Marktanteilsverlusten rechnen müssen. Derzeit werden laut Regulator etwa noch 50 Prozent aller internationalen und 54 Prozent aller nationalen Festnetzgespräche über die Telekom Austria geführt. Im Mobilfunk geht der Regulator davon aus, dass es heuer noch eine "gewisse Angleichung der Marktanteile" geben wird. Wie sich die Kundenzahlen des vierten Mobilfunkbetreibers tele.ring entwickeln würden, sei aber angesichts der erreichten Sättigung am Markt noch fraglich. Durch die Einführung von UMTS sollte mit Hutchison 3G bis Ende des Jahres noch ein Mobilfunkanbieter am heimischen Markt einsteigen. Ob auch die Telefonica-Tochter 3G Mobile - der zweite österreichische Anbieter, der bisher noch nicht aktiv ist, aber eine UMTS-lIzenz erworben hat - bis Jahresende seine ersten Dienste anbieten wird, ist für Otruba noch offen.

Entscheidung über Auslegung der UMTS-Auflagen

Kommenden Montag soll die Telekom Control Kommission (TKK) über die Auslegung der Konzessionsbestimmungen für UMTS entscheiden. Die Auflagen sehen vor, dass der jeweilige Lizenzinhaber mit "einem selbstbetriebenen UMTS-Netz" 25 Prozent des Bundesgebietes bis Ende 2003 und 50 Prozent bis Ende 2005 mit einem "selbstbetriebenen Netz" abdecken muss. Eine Betreiber wollen dieses Ziel nun durch die gemeinsame Benutzung von Sendestationen mit anderen Anbietern - so genanntes Netsharing - erreichen. Otruba lehnt dies ab. (APA)

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RTR
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