Clean Clothes-Kodex für Unternehmen der Bekleidungsindustrie

23. Jänner 2002, 11:44
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Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat in einer Reihe von Konventionen soziale Mindeststandards erarbeitet, die die Rechte von ArbeiterInnen weltweit festlegen. Auf dieser Grundlage hat die europäische Clean Clothes-Kampagne einen eigenen Kodex für die Unternehmen der Bekleidungsindustrie entwickelt. Von zentraler Bedeutung ist dabei das Recht auf freie gewerkschaftliche Organisation und damit das Recht, Verträge, Löhne und Arbeitsschutzmaßnahmen kollektiv auszuhandeln.

Ziel der Kampagne ist es, die großen Modehäuser, Bekleidungs- und Sportartikelhersteller zur Unterzeichnung dieses Kodex zu bewegen und somit die Einhaltung dieser sozialen Mindeststandards in sämtlichen Zulieferbetrieben zu garantieren. Gleichzeitig sichern die Unternehmen zu, ihre Zulieferbetriebe von einer unabhängigen Instanz kontrollieren zu lassen.

1998 haben sich in Österreich frauen- und entwicklungspolitische, gewerkschaftliche und kirchliche Organisationen und Institutionen zusammengeschlossen, um gemeinsam eine Verbesserung der Situation der ArbeiterInnen durch die Unterzeichnung des Kodex zu erreichen. Die österreichische Kampagne schließt sich damit an die 1990 in den Niederlanden entstandene Clean Clothes Campaign an, die inzwischen auch Großbritannien, Frankreich, Belgien, Schweden, der Schweiz und Deutschland umfaßt.

Die Clean Clothes-Kampagne will eine Verbesserung der Situation der ArbeiterInnen in den Billiglohnländern erreichen durch

  • Information der KonsumentInnen über Arbeitsbedingungen in der internationalen Bekleidungs- und Sportartikelindustrie

  • Gespräche mit Verantwortlichen von multinationalen Unternehmen, um ihnen ihre soziale Verantwortung bewusst zu machen

  • Unterstützung der Betroffenen in konkreten Fällen von Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen durch europaweite Aktionen

  • Lobbying auf nationaler und internationaler politischer Ebene

    Der Kodex

    Der Arbeitsverhaltenskodex für die Bekleidungsindustrie einschließlich Sportbekleidung, wie er mit ganzem Namen heißt, fordert folgende soziale Mindeststandards und deren unabhängige Kontrolle:

  • Organisationsfreiheit und das Recht auf kollektive Verhandlungen

  • keine Zwangsarbeit

  • angemessener Lohn

  • Arbeitszeitregelungen und Überstundenzuschläge

  • keine Kinderarbeit

  • Schutz vor Diskriminierung

  • Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen

  • stabile Arbeitsverhältnisse

    (red)

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