Die "Generation 50 plus": Fröhlich, aktiv, konsumfreudig

23. Jänner 2002, 14:40
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Studie weiß nichts von einer "Last der Jahre" - Nur der Computer macht Probleme

Wien - Österreichs Senioren entsprechen überhaupt nicht dem Bild vom gebrechlichen, griesgrämigen und inaktiven Pensionisten. Im Gegenteil bei der Studie "Generation 50 plus" der Fessel-Gfk-Sozialforschung zeigte sich diese Bevölkerungsgruppe als überaus optimistisch, aktiv und konsumfreudig. Und nur 28 Prozent der 1.000 Befragten fühlten sich alt.

Bei den bis 65-Jährigen spüren gerade einmal 15 Prozent die "Last der Jahre". Selbst bei den über 75-jährigen betagten Befragten empfinden sich nur 60 Prozent subjektiv als alt. Rund jeder Dritte gab an, dass es ihm selbst gar nicht auffällt, wie viele Lenze sie zählen. Grund für diese Einschätzung ist wohl vor allem der gute Gesundheitszustand der Senioren. Drei von vier Studienteilnehmern bezeichneten ihre körperliche Verfassung als "gut", 64 Prozent fühlten sich "sehr leistungsfähig".

59 Prozent haben das Gefühl, dass ihnen die Zukunft viele erfreuliche Dinge bringen wird. 61 Prozent "haben noch viel vor im Leben". Der Gedanke an den Tod beschäftigt 35 Prozent, aber nur fünf Prozent haben Angst vor ihm.

Fröhlich (51 Prozent) und optimistisch (46 Prozent) sind häufige Begriffe bei der Beschreibung des Selbstbildes. 43 Prozent sehen sich als aktiv - was allerdings eher in Freizeitaktivitäten zum Ausdruck kommt, denn bezahlte nebenberufliche Tätigkeiten sind mit 16 Prozent selten. Auch ehrenamtliche Tätigkeiten übt nur ein knappes Viertel aus.

In einen Pensionistenclub zieht es die "Generation 50 plus" auch nicht - dorthin verschlägt es 76 Prozent nie. Im Gegenteil: Die Freizeitaktivitäten unterscheiden sich kaum von jenen der Gesamtbevölkerung. Wie dort dominiert der Medienkonsum (Fernsehen - 74 Prozent, Radio hören - 71 Prozent, Zeitschriften lesen - 64 Prozent). Und 23 Prozent betreiben Sport - mit den Jahren gehört freilich häufiger spazieren gehen zum Alltag als Rad fahren, schwimmen, laufen oder tanzen.

In die Welt von PC und Internet ist erst eine Minderheit eingetaucht. 28 Prozent macht das Vordringen des Computers in alle Lebensbereiche sogar Angst. Diese nimmt aber deutlich ab, wenn sie mit der neuen Technik in Berührung kommt: Bei jenen, die in einem Haushalt mit Unter-19-Jährigen leben, stehen nur 19 Prozent den neuen Medien skeptisch gegenüber.

Materiell befinden sich die heutigen Pensionisten häufig in einer wesentlich besseren Position als vergleichbare Generationen vor ihnen. Das zeigt sich auch im Konsumverhalten. Auch wenn sich 57 Prozent mit einem Begriff wie "Sparsamkeit" identifizieren und 51 Prozent mit "Bescheidenheit", so reizt es dennoch 52 Prozent, Produkte auszuprobieren, die sie nicht kennen. 49 Prozent gönnen sich das, worauf sie Lust haben und sparen nur, wenn etwas übrig bleibt. Und 55 Prozent entscheiden sich beim Einkauf immer für die beste Qualität.(APA)

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