Innenministerium verweigert 70 Flüchtlingen Bundesbetreuung

22. Jänner 2002, 22:42
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Notlösung: Nächtigung im Albert Schweitzer-Haus - Diakonie-Direktor Chalupka hofft auf Einsehen

Wien - 70 Flüchtlinge in Traiskirchen wurden vom Innenministerium nicht in die Bundesbetreuung aufgenommen, berichtet Diakonie-Direktor Michael Chalupka Dienstag Abend der APA. Da Verhandlungen mit dem Ministerium vorerst kein Ergebnis gebracht haben und sie weder von der Caritas noch von der Diakonie untergebracht werden konnten, habe man sie am Abend nach Wien gebracht. Die 70 Menschen verbringen die Nacht in einem großen Saal des Albert Schweitzer-Hauses, einem Evangelischen Tagungshaus. Sie werden vom Roten Kreuz versorgt.

Es könne sich dabei nur um eine Notlösung handeln, betonte Chalupka. Die sanitären Anlagen seien dafür nicht geeignet. Man habe aber keine andere Möglichkeit gesehen, den Menschen ein Dach über dem Kopf für eine Nacht zu geben. Viel länger könne das Albert Schweitzer-Haus aber nicht blockiert werden. Er hoffe auf ein Einsehen des Innenministers. Die Situation sei eines Landes wie Österreich nicht würdig, sagte Chalupka. (APA)

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