PC-Projekt im Kampf gegen Milzbrand

22. Jänner 2002, 20:37
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Aufruf an alle PC-Besitzer, das Anthrax Research Project zu unterstützen

Austin - Die University of Oxford und die National Foundation for Cancer Research (NFCR) haben gemeinsam mit dem Halbleiterhersteller Intel, Microsoft und United Devices ein Projekt zum Kampf gegen Milzbrand ins Leben gerufen. PC-Besitzer auf der ganzen Welt sind aufgerufen, das Anthrax Research Project zu unterstützen. Die Forscher wollen die ungenutzten Leistungsreserven privater PCs über das Internet zusammenschließen, um so die notwendige Rechenleistung für das Projekt zu erhalten.

Virtueller Supercomputer

Um das Projekt zu unterstützen müssen lediglich ein Bildschirmschoner von der Intel-Website herunterladen und damit die freien Ressourcen des eigenen Computers zur Verfügung gestellt werden. Dadurch soll ein virtueller Supercomputer entstehen, der Milliarden von Molekülen in einem Bruchteil der Zeit analysieren kann, die ein Laboratorium benötigen würde. Der Bildschirmschoner ist so aufgebaut, dass er nur dann ausgeführt wird, wenn die Ressourcen des Computers nicht benötigt werden. Sobald der Nutzer ein Programm startet, steht ihm wieder die volle Rechenleistung zur Verfügung.

"Wir sind dabei herauszufinden, welche kurz- und langfristigen Vorteile das Distributed Computing bei unseren Bemühungen spielt, effizienter und schneller neue mögliche Medikamente entdecken zu können", erklärte Graham Richards, wissenschaftlicher Leiter des Projektes. Gerade bei Milzbrand und anderen Herausforderungen durch Bioterroristen sei die Geschwindigkeit der Entdeckung besonders wichtig.

Die Basis dieser Initiative ist das im Jahr 2001 gestartete Cancer Research Projekt zwischen Intel und United Devices. Beim Kampf gegen die Ursache von Krebs stand die Rechenleistung von 1,3 Mio. PCs auf der ganzen Welt zur Verfügung. Wissenschaftlern sollte dadurch der Zugang zu einem virtuellen Supercomputer ermöglicht werden, der leistungsfähiger ist als die zehn größten realen Supercomputer der Welt zusammen. Auch für das neue Projekt setzten die Wissenschaftler auf das Zusammenspiel tausender PCs weltweit, um die Wirkung von 3,5 Mrd. molekularen Verbindungen gegenüber dem tödlichen Milzbrand-Protein zu testen. (pte)

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