Massaker in Peru

23. Jänner 2002, 11:39
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Aguaruna-Indios töten 16 Siedler - Konflikt um Landrechte eskaliert

Lima - Ein Konflikt um Landrechte in Peru droht nach einem grausamen Massaker der Aguaruna-Indios an Siedlern mit 16 Toten zu eskalieren. Die Indios, die die Rache der Bauern befürchteten, hätten ihre Körper mit roter und schwarzer Farbe bemalt, berichtete der Parlamentarier Luis Guerrero am Dienstag nach einer Reise in die betroffene Provinz San Ignacio. Die Indios beanspruchen die von den Siedlern besetzten Ländereien in der Gemeinde Flor de la Frontera etwa 1000 Kilometer nördlich der Hauptstadt Lima als ihr Eigentum. Die Lage sei extrem angespannt, warnte Guerrero.

Vergangenen Donnerstag hatten die mit Schusswaffen und Macheten bewaffneten Indios die schlafenden Siedler im Morgengrauen überfallen, teilte das Justizministerium mit. Dabei seien 16 Menschen, darunter sechs kleine Kinder, nieder gemetzelt worden. Die Grausamkeit der sonst als friedlich bekannten Indios hatte Peru geschockt.

"Zuerst ist meine Mutter erschossen worden, dann mein Vater und schließlich sind meine Brüder erschlagen worden. Ich habe mich dann tot gestellt", berichtete die siebenjährige Paquita. Dutzende von Siedlern seien schwer verletzt worden. Die Indios hätten Frauen und sogar mindestens ein kleines Mädchen vergewaltigt, fügte Guerrero hinzu.

Er forderte ein schnelles Eingreifen des Staates, damit die Siedler das Land der Indios verlassen. Es gebe seit langem entsprechende Gerichtsurteile, die jedoch von den staatlichen Stellen nicht durchgesetzt worden seien.

Die etwa 70 Siedlerfamilien aus ganz Peru, die 1997 in die Region gezogen waren, hatten das umstrittene Land erst urbar gemacht. Die Indios hätten das Land brach liegen und verwildern lassen, als die Siedler die Länder bereits einmal wegen eines Gerichtsurteils kurzzeitig verlassen hatten.(APA/dpa)

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