Geheimnisvolle Genetik

22. Jänner 2002, 21:00
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Studie: Forscher behindern sich gegenseitig

Boston - Nur ein reproduzierbares naturwissenschaftliches Resultat ist ein gutes Resultat. Dennoch erweist sich gerade die viel beachtete Genforschung als Zweig mit vielen Geheimniskrämern. Zu diesem Schluss kommt eine Fragebogenuntersuchung an 100 US-Universitäten, durchgeführt vom Institut für Gesundheitspolitik des AKH Boston und der Harvard Medical School.

47 Prozent der Genetiker, die geantwortet haben, wurden von Kollegen in den letzten drei Jahren mindestens einmal bei der Bitte nach Unterlagen abgewiesen. Die bekennenden Abweisenden gaben großteils an, dies hätte zu viel Aufwand bedeutet oder ihre Mitarbeiter an weiteren Publikationen gehindert.

Zwar berichten andere Lebenswissenschafter ähnliche Erfahrungen, aber sie beschweren sich weniger über daraus folgende Behinderung. "Das Zurückhalten von Daten", so das Fazit der Studie, "betrifft wesentliche wissenschaftliche Aktivitäten wie das Bestätigen publizierter Resultate." (rosch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24. 1. 2002)

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