Zuordnung der Milzbrand-Erreger in Aussicht

22. Jänner 2002, 19:33
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Wissenschafter untersuchen gentechnischen Aufbau der Sporen des Typs "Ames"

New York - Wissenschaftler hoffen, im gentechnischen Aufbau von Milzbrand-Bakterien Hinweise auf die Herkunft der Erreger gefunden zu haben, die im Herbst in den USA zu Anschlägen verwendet wurden. Die Zeitung New York Times berichtete am Dienstag, die Wissenschaftler vom Institut für Genomforschung in Rockville im US-Bundesstaat Maryland hätten kleine genetische Unterschiede zwischen dem normalen Milzbrand-Bakterienstrang des Typs "Ames" und dem bei einem Anschlag in Florida verwendeten Präparat entdeckt. Nun hoffen sie, die Erreger einem Labor zuordnen zu können.

Unbekannte hatten nach den Anschlägen vom 11. September in den USA Briefe verschickt, die mit Milzbrand-Sporen des Typs "Ames" verseucht waren. Fünf Personen starben an Milzbrand und 13 wurden infiziert. US-Behörden halten die Anschläge für nationalen, nicht internationalen Terror.

Die US-Kriminalpolizei (FBI) hat noch keine konkreten Verdächtigen für die Milzbrand-Anschläge und will der "New York Times" zufolge in der nächsten Woche die Belohnung für Hinweise erhöhen. Der Nachrichtensender CNN berichtete, ein genetischer Fingerabdruck des Erregers liefere nicht genug Hinweise auf einen Täter, um ihn eindeutig zu identifizieren. Viele Wissenschaftler hätten für Forschungszwecke Zugang zu Milzbrand-Bakterien. (APA)

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