Ruanda noch nicht zu Truppenabzug aus Kongo bereit

22. Jänner 2002, 19:32
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EU-Außenminister Straw und Vedrine mit Präsident Kabila zusammengetroffen

Kigali - Ruanda will seine Truppen aus dem Nachbarland Kongo erst dann abziehen, wenn die eigenen Sicherheitsinteressen berücksichtigt sind. Bei einem Besuch der Außenminister aus Frankreich und Großbritannien, Hubert Vedrine und Jack Straw zeigte sich der ruandesische Präsident Paul Kagame am Dienstag wenig kompromissbereit. "Wir hatten keine baldigen und einfachen Lösungen erwartet", sagte Straw im Anschluss an die Unterredung mit Kagami in der ruandischen Hauptstadt Kigali. Am Montag waren die beiden EU-Außenminister in Kinshasa mit dem kongolesischen Präsidenten Joseph Kabila zusammengetroffen.

Ruanda unterstützt die Rebellen in Ostkongo. Der Regierung Kabilas wird vorgeworfen, die in Kongo agierende Hutu-Miliz Interahamwe und frühere ruandesische Soldaten zu beherbergen, die am Völkermord an den Tutsi im Jahr 1994 beteiligt waren. Dabei handelt es sich nach Angaben der ruandesischen Regierung um insgesamt 35.000 Mann, von denen sich Ruanda bedroht fühlt. In dem seit dreieinhalb Jahren andauernden Bürgerkrieg stehen Simbabwe, Angola und Namibia mit eigenen Truppen auf Seiten der Zentralregierung in Kinshasa. (APA/AP)

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