RHI: Draxler lässt bestehende Verträge prüfen

22. Jänner 2002, 19:03
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Anlegerschützer will Abwahl von Aufsichtsratsspitze

Wien - Der neue Vorstandschef des nach den US-Asbestproblemen angeschlagenen Feuerfestkonzerns RHI, Helmut Draxler, lässt zur Zeit alle bestehenden Altverträge des Unternemens prüfen. Draxler, der erst seit rund einer Woche im Amt ist, will nach deren Kenntnis weitere Maßnahmen setzen.

Im Nachrichtenmagazin "Profil" hatte es geheißen, dass der 2000 erfolgte Verkauf der Isolierstoffsparte im Zuge eines Management-buy-out möglicherweise "rückabgewickelt" werden müsse, da damals Teilzahlungen vereinbart worden sei, die Ratenzahlungen aber ins Stocken geraten seien.

Abwahl der Aufsichtsratsspitze?

Unterdessen ersuchte der Präsident des Interessensverbandes für Anleger (IVA), Wilhelm Rasinger, den RHI-Vorstand, die Tagesordnung der außerordentlichen Hauptversammlung am 15. Februar um vier Punkte zu ergänzen: eine Anzeige nach § 83 Aktiengesetz, ferner die Abwahl von Aufsichtsratsmitgliedern (des Präsidiums mit Walter Ressler und dessen Vize Friedrich Nemec) und die Zuwahl von Aufsichtsratsmitgliedern sowie den Antrag auf eine Sonderprüfung. Dieses Ersuchen hat Rasinger brieflich und per Fax deponiert.

Eine Sonderprüfung hätte zum Ziel, allfällige Pflichtverletzungen von Vorstand, Aufsichtsrat und Wirtschaftsprüfer (Coopers & Lybrand) festzuhalten und Schadenersatzforderungen geltend zu machen, heißt es auf der IVA-Homepage unter dem Stichwort "RHI Pleite". Eine Sonderprüfung würde laut Rasinger rund drei bis vier Monate dauern und müsste von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer durchgeführt werden.

Bei RHI hieß es am Dienstag aus dem Büro des Vorstandsvorsitzenden Draxler, dass man den Brief von Rasinger noch nicht vorliegen habe. Die Tagesordnung zur Hauptversammlung werde bis 28. Jänner fertig sein. Die Gestaltung der Wandelanleihe (144 Mill. Euro, davon werden 100 Mill. Euro von den Gläubigerbanken garantiert) würden derzeit mit externen Rechtsexperten und den Banken erarbeitet, in der nächsten Woche würden dazu die Notare eingeschaltet. Die Wandelanleihe muss ebenfalls von der Hauptversammlung genehmigt werden. Ein "Durchschlagen" der Asbestklagen in den USA (gegen die mit 31.12.2001 dekonsolidierten RHI-Beteiligungen Harbison-Walker und A.P. Green) schließe Draxler aus heutiger Sicht zur Gänze aus. (APA)

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