Mit internationalen Finanzhilfen will Afghanistan auch Armee aufbauen

22. Jänner 2002, 17:12
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Verteidigungsminister plant Streitkräfte mit 250.000 Mann

Tokio/London - Die Milliardenhilfen, die Afghanistan am Montag auf der Geberkonferenz in Tokio zugesagt wurden, sollen unter anderem auch in den Aufbau einer eigenen Armee fließen. Eine Nationalarmee solle den Frieden und die Grenzen des Landes sichern, sagte Außenministeriums-Sprecher Omar Samad am Montagabend vor Journalisten in Tokio. "Wir können darüber diskutieren, ob die Streitkräfte 50.000 oder 100.000 Mann umfassen sollen und welche Ausrüstung sie brauchen, um die Grenzen zu überwachen, aber es muss klar sein, dass ein Wiederaufbau Afghanistans nicht ohne Überlegungen über die Sicherheit vonstatten gehen kann", sagte Samad.

Dies werde von einigen Ländern übersehen, fügte der Ministeriumssprecher hinzu. Für Afghanen habe dieser Punkt jedoch "oberste Priorität". Britische Truppen wollen der afghanischen Übergangsregierung nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums beim Aufbau einer Armee helfen. "Das Abkommen, das am 4. Jänner unterzeichnet wurde, legt als eine der Hauptaufgaben der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) fest, dass sie die afghanische Übergangsregierung dabei unterstützt, neue Sicherheitsstrukturen zu schaffen", so der Sprecher. Die ISAF wird von Großbritannien geführt.

Die britische Zeitung "Daily Telegraph" berichtete unterdessen, der afghanische Verteidigungsminister Mohammad Fahim plane den Aufbau einer Armee mit 250.000 Soldaten. Derzeit befehligt er 15.000 Mann. Demnach will Fahim im Februar nach Großbritannien reisen, um dort Militärstützpunkte zu besuchen. (APA)

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