Athen-Marathon der anderen Art

22. Jänner 2002, 16:32
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Besucher der Olympischen Spiele 2004 sollen auf ägäischen Inseln einquartiert werden, stundenlange Anfahrtswege wären die Folge. Das IOC ist entsetzt

Athen - Der Stand der Vorbereitungen von Athen auf die Olympischen Sommer-Spiele 2004 laut der Koordinierungskommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) weiterhin Anlass zu größter Sorge. Nach einer zweitägigen Inspektion in der griechischen Hauptstadt äußerte sich Kommissionschef Denis Oswald am Dienstag beunruhigt und enttäuscht.

"Der Bereich Unterbringung ist auf Rot", sagte der Schweizer vor Journalisten in Athen. Es gäbe noch immer keine genauen Pläne über die Unterbringung der Zuschauer. "Wir werden sie möglicherweise auf den Inseln der Ägäis unterbringen", erklärte dazu die Chefin des Athener Organisationskomitees (ATHOC), Gianna Angelopoulos Daskalaki. Dies würde aber für die Besucher bedeuten, dass sie in vielen Fällen eine sechs- bis siebenstündige Schiffsfahrt oder eine Flugreise nach Athen in Kauf nehmen müssen.

Verkehrsprojekte abgeblasen

Große Mängel musste man auch im Transportwesen feststellen. So gab die griechische Regierung bekannt, dass zahlreiche Infrastrukturprojekte, etwa zwei von drei Verkehrsknoten an der wichtigsten Straßenverbindung zwischen dem Zentrum Athens und dem Olympiastadion, nicht rechtzeitig fertig sein können und daher gar nicht mehr gebaut werden sollen.

Auch der seit einem Jahr stagnierende Baubeginn der Eisenbahnverbindung zwischen dem neuen Athener Großflughafen und dem Zentrum der griechischen Hauptstadt verursacht weiterhin Probleme. Während der Schienenbau relativ schnell beendet werden kann, haben die Griechen es nicht geschafft, rechtzeitig die elektrischen Waggons zu bestellen. "Jetzt sollen die Waggons mit Diesellokomotiven angetrieben werden. Das ist lächerlich", sagte Oswald. (APA/dpa)

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