Cingular bleibt bei Kundenwachstum unter Erwartungen

22. Jänner 2002, 16:48
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Analysten hatten mit einem Plus von rund 700.000 Kunden gerechnet.

Der zweitgrößte Mobilfunkanbieter in den USA, Cingular Wireless, ist im vierten Quartal des Jahres 2001 beim Kundenwachstum auf insgesamt 21,6 Millionen Mobilfunkkunden deutlich hinter den Erwartungen der Analysten zurückgeblieben. Das von den US-Telekom-Konzernen SBC Communications und Bell South gemeinsam geführte Unternehmen teilte am Dienstag in Atlanta mit, im Schlussquartal seien 325.000 neue Kunden gezählt worden. Analysten hatten mit einem Zuwachs von rund 700.000 Kunden gerechnet. Der Durchschnittsumsatz pro Kunde stieg bei Cingular zwar gegenüber dem Vorjahreswert leicht auf 51,63 Dollar, sank aber im Vergleich mit dem Vorquartal.

Auch der Marktführer enttäuschte

Auch Marktführer Verizon Wireless und der viertgrößte Anbieter Sprint PCS hatten vor kurzem die Analystenerwartungen beim Kundenzuwachs enttäuscht, während VoiceStream als kleinster der sechs landesweiten Anbieter mit einem Zuwachs von knapp 670.000 Kunden die Erwartungen weit übertraf. Auch beim Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) verzeichnete das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Zuwachs gegenüber den Vorjahr einen Zuwachs um rund 23 Prozent auf 1,05 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum Vorquartal sanken das operative Ergebnis und der Umsatz jedoch. Daten zum Reingewinn machte Cingular nicht.

Umsatzanstieg auf 7,6 Milliarden Dollar

Die Muttergesellschaft Bell South verbuchte im letzten Quartal 2001 eigenen Angaben zufolge einen Umsatzanstieg von 4,5 Prozent auf 7,6 Milliarden Dollar. Der Reingewinn sank unter Berücksichtigung von Restrukturierungsaufwendungen, Währungsverlusten und Abschreibung von Firmenwerten auf 792 Millionen Dollar oder 42 Cents je Aktie. Im Vorquartal hatte der in neun US-Staaten tätige Anbieter noch 56 Cents verdient.

Kehrtwende soll erzielt werden

Im laufenden Jahr rechnet Bell South damit, eine Kehrtwende zu vollziehen und wieder ein zum Umsatzanstieg überproportionales Gewinn-Wachstum zu erzielen. Bell South will vor allem das Geschäft mit schnellen Internet-Anschlüssen via DSL kräftig ausbauen. Das Investitionsvolumen werde sich auf 5,3 bis 5,5 Milliarden Dollar belaufen. Die auf die Südstaaten der USA konzentrierte Bell South ist in Deutschland an dem drittgrößen Mobilfunknetzbetreiber E-Plus als Minderheitsgesellschafter beteiligt. (Reuters)

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