Sexuelle Ausbeutung von Frauen im Steigen

22. Jänner 2002, 15:32
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Einwanderungs- Beschränkungen unterstützen Frauenhandel

Straßburg - Ein härteres Vorgehen gegen den Frauenhandel hat gefordert. Immer mehr Frauen und Mädchen aus Osteuropa, aber auch Asien und Afrika, würden von Händlerringen nach Westeuropa gebracht und dort sexuell ausgebeutet, stellte die Parlamentarische Versammlung des Staatenbundes Montag Abend in einer Entschließung fest. Diese "moderne Form des Sklavenhandels" müsse genauso hart bestraft werde, wie der Schmuggel mit Rauschgift und Waffen.

Die 43 Mitgliedsländer des Europarats müssten zur wirksameren Bekämpfung der international agierenden Banden die Zusammenarbeit von Polizei und Justiz verstärken, heißt es in dem Text weiter. Den Frauen, die Opfer solcher Ausbeutung würden, müsse ausreichender Schutz gewährt werden. Dazu solle ihnen Aufenthaltsrecht gewährt werden. Frauen mit der Bereitschaft zur Aussage vor Gericht solle ein unbefristeter Aufenthaltstitel erteilt werden.

Die Versammlung verwies auf Schätzungen der UNO-Beobachtungstelle für Wanderbewegungen, wonach internationale Schlepperbanden im vergangenen Jahr schätzungsweise 500.000 Frauen und Mädchen illegal nach Westeuropa geschleust haben. Von ihnen würden Schätzungen zufolge an die 80 Prozent "auf irgendeine Weise Opfer sexueller Ausbeutung". Den kriminellen Banden komme zugute, dass legale Einwanderung immer mehr unterbunden werde. Die betroffenen Frauen seien auf Grund ihrer illegalen Einreise und ihrer finanziellen Not den VerbrecherInnen oft schutzlos ausgeliefert. (APA/dpa)

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