Absolutes Frauenverbot

29. April 2003, 11:00
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In Tirol dürfen Frauen am Winteraustreiben nicht teilnehmen

Am kommenden Sonntag wird in Fiss - im Tiroler Oberinntal - einer der ältesten Fasnachtsbräuche wieder aufleben. In der noch stark bergbäuerlichen und ursprünglich von Rätoromanen besiedelten Höhensiedlung wird von Einheimischen und GästInnen das "Blochziehen" bejubelt werden. Ein alter heidnischer Brauch, der den Winter austreiben soll.

So wie jedes Jahr wird es einen Umzug mit zahlreichen handgeschnitzten Masken geben. "Miasmanns", "Schallner", "Mohrelen", "Schwoaftuifls" und sogar "Hexen" werden sich herumtreiben, um den Winter auszutreiben. Begleitet wird der Zug von der ortsansässigen Musikkapelle, die ebenfalls fasnachtlich verkleidet auftreten wird.

So weit, so gut. Einen Haken hat die Sache aber doch: Frauen dürfen - wie bei allen Tiroler Fasnachtsbräuchen - am Umzug nicht teilnehmen. Auch die Marketenderinnen der Musikkapelle wurden durch Männer abgelöst. Alles was die Frauen dürfen, ist Kostüme für die Männer und Freunde anfertigen. Und das, obwohl der heidnische Brauch des Winteraustreibens weiblich-matriarchale Wurzeln hat. (dabu)

22.01.2002
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