Müllverbrennungs - Anlage in Wien: Standortentscheidung verzögert sich

22. Jänner 2002, 22:00
posten

Häupl will Wirtschaftlichkeitsprüfung abwarten

Die Entscheidung über die von Umweltstadträtin Isabella Kossina (S) angekündigte weitere Müllverbrennungsanlage (MVA) in Wien dürfte sich verzögern. Laut Bürgermeister Michael Häupl (S) müssen für die Entscheidung die derzeit laufenden Berechnungen über die Wirtschaftlichkeit abgewartet werden. Eine "theoretische wirtschaftliche Alternative" sei dabei sogar, den Müll der Bundeshauptstadt außerhalb zu verbrennen. Gewünscht sei so eine Variante von ihm allerdings nicht, so der Bürgermeister am Dienstag in seiner wöchentlichen Pressekonferenz.

Kossina hatte im Vorjahr noch für 2001 den Abschluss eines Eignungszonentests für die MVA angekündigt, in der geeignete Standorte festgelegt werden sollten - bewertet nach Faktoren wie meteorologische Verhältnisse, Verkehrssituation und Fernwärme-Anbindung. Nun dürfte es etwas länger dauern, auch wenn Häupl "nicht die Augen verschließen" will und sich nach eigenen Worten "zum Handeln gezwungen" sieht: Schließlich wird ab 2004 eine Deponierung unbehandelter Abfälle nicht mehr erlaubt sein.

Beim heiklen Thema des künftigen Standorts wollte sich der Bürgermeister nicht festlegen. Auch der Journalistenfrage nach einem Standort Inzersdorf wich er aus. Es werde jenem Ort den Vorzug geben, wo die notwendige Infrastruktur - etwa der Zugang zu Elektrizität, Wasser und die Nähe zum Fernwärmenetz - vorhanden sei, betonte Häupl: "Da bleiben nicht mehr viele übrig." (APA)

Share if you care.