Organisierte Schwarzarbeit bei Frächtern

22. Jänner 2002, 14:08
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ÖGB schlägt Alarm - Verzetnitsch will schnelle Eingreiftruppe gegen Schwarzunternehmer, Ausschluss von öffentlichen Aufträgen

Wien - Eine schnelle Einsatzgruppe und Strafverfahren gegen Schwarzunternehmer fordert nun ÖGB-Chef Fritz Verzetnitsch. Angesichts "aktueller Vorfälle" forderte Verzetnitsch am Dienstag die Regierung auf, endlich gesetzliche Grundlagen zur wirksamen Bekämpfung der "organisierten illegalen Beschäftigung" zu schaffen.

Dem Vernehmen nach läuft gerade mit Hilfe deutscher Behörden eine "Aktion scharf" gegen ein niederösterreichisches Speditionsunternehmen.

Illegal Beschäftigte würden, so der ÖGB in einer Aussendung am Dienstag, mit Hungerlöhnen abgespeist, zu Arbeitszeiten von bis zu 16 und mehr Stunden gezwungen. Es lägen Fälle vor, bei denen bei einem Unfall etwa auf einer Baustelle verletzte illegal Beschäftigte einfach vor das Eingangstor eines Krankenhauses gelegt wurden.

"Dubiose ausländische Firmen"

Im Bereich des Frachtgewerbes würden Fahrer über "dubiose ausländische Firmen" beschäftigt, zum Dauereinsatz hinter dem Lenkrad gezwungen und daher sei es auch nicht verwunderlich, dass immer öfter genau diese Fahrer völlig übermüdet in schwere Unfälle mit Verletzten und Toten verwickelt seien.

"Für Schwarzunternehmer ist Österreich im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern ein regelrechtes Schlaraffenland", meint der Gewerkschaftsbund. Schier ungestört könnten Unternehmer in Österreich zu Tausenden ausländische Arbeitskräfte illegal und zu Billigstlöhnen beschäftigen. "Und die Regierung schaut tatenlos zu", kritisiert Verzetnitsch. Ganz anders dagegen die Situation etwa in Deutschland oder der Schweiz. Dort gingen die jeweiligen Regierungen mit eigenen Einsatzgruppen sogar strafrechtlich gegen Schwarzunternehmer vor.

Verzetnitsch: "Schwarzunternehmertum muss Sache des Strafrechtes sein, gegen die organisierte illegale Beschäftigung muss mit einer schlagkräftigen Einsatzgruppe vorgegangen werden und Schwarzunternehmer sind, wie jetzt auch in der Schweiz geplant, von öffentlichen Aufträgen auszuschließen."(APA)

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