Zunahme von Mini-Ozonlöchern über Europa

22. Jänner 2002, 14:27
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Entstehung vor allem durch Änderungen der atmosphärischen Zirkulationen über Europa und dem Nordatlantik

Brüssel/Wien - So genannte Mini-Ozonlöcher über Europa werden weiter zunehmen, eine Entspannung der Situation ist - trotz des Verbots Ozon abbauender Chemikalien - frühestens 2010 zu erwarten. Das sind die Ergebnisse eines Berichts der Europäischen Kommission, in dem die europäischen Forschungen von 1996 bis 2000 zusammengefasst werden. In den Forschungen - darunter die größte EU-unterstützte Studie "THESEO" - wurden Beobachtungen und Messungen über eine Periode von rund 40 Jahren verarbeitet.

Der Bericht bestätigt, dass der beobachtete Abbau der Ozonschicht vor allem auf Chlor- und Bromverbindungen und die Abkühlung in der Stratosphäre - verursacht durch den verstärkten Treibhauseffekt - zurückzuführen ist. Die Abgase von Flugzeugen dürften dagegen weniger Einfluss auf das Geschehen haben als bisher angenommen, so die Experten der Europäischen Kommission.

Während die Chlor-Verbindungen in der Ozonschicht durch das Verbot etwa von FCKW als Treibgas allmählich zurückgehen, sind die Brom-Verbindungen, die sich ebenso schädlich auswirken, weiter auf dem Vormarsch. Auch die Abkühlung in der Stratosphäre durch den Treibhauseffekt - in den unteren Schichten der Atmosphäre wird es wärmer, in den oberen dagegen kühler - dürfte noch eine Zeit andauern. Eine Entspannung der Situation ist daher frühestens für 2010 zu erwarten. Bis dahin dürfte die Ozonkonzentration in der Stratosphäre weiter ansteigen und somit auch die UV-Strahlung, der Menschen, Tiere und Pflanzen ausgesetzt sind.

Relativ gut verstanden sind mittlerweile auch die so genannten Mini-Ozonlöcher über Europa. Sie entstehen vor allem durch Änderungen der atmosphärischen Zirkulationen über Europa und dem Nordatlantik. Bisher nimmt die Frequenz derartiger Mini-Löcher zu, eine Abnahme ist den Experten zufolge noch nicht absehbar. (APA)

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