Wien war 2000 umsatzstärkste Tourismusdestination

22. Jänner 2002, 12:10
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ÖHV-Studie zeigt wertschöpfungsschwächste Destinationen auf

Saalfelden - Wien war im Jahr 2000 mit 1,67 Mrd. Euro (23,0 Mrd. S) Umsatz erneut die umsatzstärkste der insgesamt 105 österreichischen Tourismusdestinationen Österreichs, geht aus der am Dienstag veröffentlichten aktuellen Destinations-Studie der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) hervor. Die höchste Wertschöpfung pro Gästenächtigung erzielten 2000 jene Destinationen, die auf innovative Standortkonzepte und Ganzjahrestourismus setzen, betonte der Tourismusexperte des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), Egon Smeral, bei einem Pressegespräch am Rande der ÖHV-Tagung in Saalfelden.

Das Mittelburgenland, das Lavanttal, Imst und Umgebung (Tirol), Jennersdorf im Burgenland, das Mölltal und das burgenländische Güssing sind jene Destinationen, die bei der Wertschöpfung im Jahr 2000 im Vergleich zu 1999 laut ÖHV-Studie am meisten dazugewonnen haben. Die höchste Wertschöpfung in absoluten Zahlen haben Wien, Mieming, das Kleinwalsertal, der Achensee, Innsbruck und das Oberland.

Keine neuen Innovationen

Am meisten bei der Wertschöpfung verloren haben 2000 hingegen das Donautal, Ober- und Untertauern, der Lungau, das Rosental, der Wörthersee, Südkärnten, der Arlberg, das Ötztal, Lechtal und Osttirol. "Das Donautal hat zwar den schönsten Fluss, den man sich vorstellen kann, die letzte Innovation fand aber wahrscheinlich unter den Babenbergern statt", kommentierte ÖHV-Präsident Helmut Peter das Ergebnis. Obertauern hingegen liefere zwar betriebswirtschaftlich gute Ergebnisse, langfristig sei aber kaum ein Ein-Saisonen-Betrieb aufrechtzuerhalten. Der Arlberg sei zwar auch ein Top-Skigebiet und betriebswirtschaftlich erfolgreich, habe aber den Höhepunkt der Produktlebenszyklen überschritten und müsse sich neue Konzepte überlegen, so Peter.

Die niedrigste Wertschöpfung in absoluten Zahlen hatten 2000 vor allem Regionen in Niederösterreich und der Steiermark wie die Weststeiermark sowie das Most-, Mühl- und Weinviertel. "Diese Regionen haben es verabsäumt, neue, dem Tourismus zuliefernde Industrien vor Ort anzusiedeln, daher muss sehr viel importiert werden", bemerkte Smeral.

Zillertal sehr umsatzstark

Auf dem zweiten Platz der umsatzstärksten Regionen liegt wie im Vorjahr das Zillertal mit 710 Mill. Euro, gefolgt vom Ötztal mit 427 Mill. Euro Umsatz. Auf Platz vier findet sich der Arlberg, gefolgt von der Stadt Salzburg, Innsbruck, der Wilde Kaiser, Seefeld, Kitzbühel, Salzkammergut und die Europasportregion Zell am See. Von den umsatzmäßig Top-20-Destinationen finden sich 17 in Westösterreich, was ein West-Ost-Gefälle verdeutlicht.

Den höchsten Umsatz pro Nächtigung lukrierten die Destinationen Arlberg (239,6 Euro), das Kleinwalsertal (236,6 Euro) und Wien (230,7 Euro). Der geringste Umsatz pro Nächtigung wurde in den Regionen Weststeiermark (77,6 Euro), Mostviertel (79,8 Euro) und im Mühlviertel (81,5 Euro) verzeichnet.

Die längste durchschnittliche Aufenthaltsdauer in gewerblichen Betrieben wurde 2000 in Serfaus-Fiss-Ladis (Tirol/Bezirk Landeck) mit 6,69 Tagen verzeichnet, den kürzesten durchschnittlichen Aufenthalt wiesen die Destinationen Donau Oberösterreich und Linz-Wels-Steyr mit 1,7 Tagen auf. (APA)

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