"Kimble" in Stadlheim

22. Jänner 2002, 14:46
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Internet-Unternehmer Kim Schmitz in München in Untersuchungshaft - Vorwurf: Insiderhandel mit Letsbuyit.com-Aktien

München - Nach seiner Auslieferung von Thailand nach Deutschland sitzt der Computer-Experte und mutmaßliche Börsen- Betrüger Kim Schmitz seit Dienstag in München in Untersuchungshaft. Der 28-Jährige wurde am Morgen vom Flughafen direkt in das Gefängnis München-Stadelheim gebracht. Er soll durch betrügerischen Insider- Handel mit Aktien des niederländischen Internet-Unternehmens Letsbuyit.com einen Gewinn von mehr als 1,1 Mill. Euro (15,1 Mill. S) eingestrichen haben.

Die thailändische Polizei hatte den fast 150 Kilogramm schweren Schmitz am vergangenen Freitag in einem Luxushotel in Bangkok festgenommen. Sie kam damit einem Ersuchen der deutschen Botschaft nach, die auf einen von der Münchner Justiz ausgestellten Haftbefehl hingewiesen hatte. Der Beschuldigte wurde von Bangkok über Frankfurt am Main nach München gebracht. Wann Anklage gegen den 28-Jährigen erhoben werde, lasse sich noch nicht absehen, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft München I, Manfred Wick. Zunächst müssten der Beschuldigte ausführlich vernommen und die Ermittlungen abgeschlossen werden.

Schillernde Figur

Schmitz gilt als schillernde Figur im Internet-Business. Er war als Computer-Hacker in München bekannt geworden und hatte seine Kenntnisse über Sicherheitslücken später an Firmen verkauft. Mit diesen Computergeschäften und mit Aktienhandel soll er Millionen verdient haben, inzwischen aber bankrott sein. Er hatte früher einmal gesagt, er wolle binnen zehn Jahren zum reichsten Mann der Welt werden.

In anderer Sache hat die Münchner Justiz vor kurzem einen Strafbefehl mit Geldstrafe in unbekannter Höhe gegen Schmitz erlassen. Darin wurde ihm Kapitalanlagebetrug vorgeworfen. Schmitz habe über seine Internetadresse falsche Angaben über seine Firma gemacht in der Absicht, Kunden zu werben, berichtete Wick. Hier sei schon der Vorsatz strafbar. (APA/dpa)

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