London gegen Todesstrafe für mutmaßliche britische Terroristen

22. Jänner 2002, 10:49
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Noch keine definitive Entscheidung über Vorgangsweise

London - Großbritannien hat die USA vor einer Verurteilung zum Tode von drei mutmaßlichen britischen Terroristen auf dem US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba gewarnt. Ben Bradshaw, Staatssekretär im britischen Außenministerium, sagte der BBC am Dienstag: "Wir haben es immer wieder deutlich gemacht, wir sind gegen die Todesstrafe." In Guantanamo werden in Afghanistan gefangene mutmaßliche Mitglieder der radikalislamischen Taliban und des El-Kaida-Terrornetzes gefangen gehalten.

Nach Angaben Bradshaws hat die Regierung in London noch nicht über den Umgang mit den drei britischen Gefangenen entschieden. Er deutete jedoch an, dass die Betroffenen möglicherweise vor ein britisches Gericht gestellt werden könnten. Es sei aber "noch zu früh", darüber eine definitive Aussage zu machen.

Der frühere US-Justizminister Ramsey Clarke forderte in einem BBC- Interview eine "ordentliche Gerichtsverhandlung" gegen die Gefangenen von Guantanamo. Jedes Land, das sich um die Einhaltung der Menschenrechte bemühe, sei verpflichtet, Angeklagte schnell vor Gericht zu stellen und ihnen Rechtsbeistand zu gewähren, sagte Clarke. "Man kann Menschen nicht unter scheinbaren Zwangsbedingungen festhalten und vernehmen", fügte der prominente Jurist hinzu. (APA/dpa)

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