"Kimble" Schmitz schmort in deutschem Gefängnis

23. Jänner 2002, 17:42
13 Postings

Staatsanwaltschaft sieht Fluchtgefahr - Unterdessen wird aus seiner Homepage ein Ramschladen

Der des Insiderhandels verdächtigte Internet-Unternehmer Kim Schmitz bleibt vorerst in München in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft sehe Fluchtgefahr, sagte sein Anwalt Thomas Pfister am Dienstag in der bayerischen Landeshauptstadt. Schmitz war aus Thailand abgeschoben und auf dem Münchener Flughafen festgenommen worden. Schmitz habe vor dem Ermittlungsrichter die Vorwürfe in Abrede gestellt, sagte Pfister. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 28-Jährigen wegen des Verdachts auf Insiderhandel mit Aktien des Internet- Händlers Letsbuyit.com in elf Fällen. Der Leitende Oberstaatsanwalt Manfred Wick sagte, Schmitz habe aus diesen illegalen Geschäften rund eine Million Euro Gewinn gezogen.

Kimble, depressiv

Der ehemalige Computer-Hacker Schmitz, der mit der Gründung der inzwischen insolventen Kimvestor AG bekannt geworden war, war vor wenigen Wochen angeblich auf der Flucht vor Gläubigern aus Deutschland geflüchtet und am Freitag auf Veranlassung der deutschen Botschaft in Thailand festgenommen worden. "Es geht ihm natürlich schlecht", sagte Pfister. "Er ist sehr depressiv." Ziel sei nun, den Haftbefehl schnellstmöglich außer Kraft zu setzen. Er könne keine Fluchtgefahr erkennen.

Ramsch statt Selbstmord

Währenddessen ist auch aus seinem groß im Internet für Montag - seinem Geburtstag - angekündigten Selbstmord nichts geworden. Statt dessen prangt auf der Startseite von kimble.org nun eine Krone, und die Nachricht: "Kim Schmitz ist nicht mehr. Er heißt nun: His Royal Highness King Kimble the First - Ruler of the Kimpire". Was sich allerdings hinter dem Kimpire dann versteckt ist schon ein bisschen profaner: Ein Online Shop, in dem Kaffeetassen, T-Shirts, Mousepads und ähnliches - unter anderem mit dem Konterfei des "Superhackers" - verscherbelt werden (APA/red)

Share if you care.