Schweizer Bevölkerung ist in den letzten zehn Jahren um sechs Prozent gewachsen

22. Jänner 2002, 11:14
posten

Höchstes Bevölkerungswachstum in ganz Europa

Bern - Die Bevölkerung der Schweiz ist von 1990 bis 2000 um 5,9 Prozent gewachsen - auf rund 7,280.000 Personen, wie aus den provisorischen Daten der Volkszählung 2000 hervorgeht. Das Bevölkerungswachstum der Schweiz war in jenem Zeitraum eines der höchsten Europas.

Die Zunahme ist auf einen Geburtenüberschuss (Geburten abzüglich Todesfälle) von 200.000 und einen Einwanderungsüberschuss von 210.000 Personen zurückzuführen, wie das Bundesamt für Statistik am Dienstag in Bern bei der Präsentation der ersten Ergebnisse der Volkszählung darlegte. Bei der Volkszählung 1990 waren 6,873.687 Menschen gezählt worden.

Das Bevölkerungswachstum von fast sechs Prozent lag - trotz eines schwierigeren wirtschaftlichen Umfelds - nahe bei demjenigen der achtziger Jahre (plus acht Prozent). In der Hochkonjuktur der fünfziger und sechziger Jahre war die Bevölkerung um plus 15,1 Prozent respektive um 15,5 Prozent gewachsen. In den rezessionsgeplagten Siebzigern, als viele Gastarbeiter in ihre Heimat zurückkehrten, wuchs sie nur um 1,6 Prozent.

Bevölkerungsanstieg

Das schweizerische Bevölkerungswachstum in der Dekade 1990 bis 2000 gehört zu den höchsten Europas. Einen noch stärkeren Bevölkerungsanstieg verzeichneten die Türkei und Aserbaidschan, Luxemburg, Liechtenstein, Zypern, Irland, Malta, Island und die Niederlande.

Am stärksten war das Wachstum im äußeren Agglomerationsgürtel sowie in den städtischen Zonen des Voralpenraums. Weniger stark war es dagegen in den Stadtzentren, der Region Jura sowie im Umland der Alpen und Voralpen.

Verlängerung der Arbeitswege

Folge dieses Wachstums in zentrumsfernen, vom öffentlichen Verkehr weniger gut erschlossenen Ortschaften ist eine Verlängerung der Arbeitswege. Erstmals seit langem müssen Pendler wieder mehr Zeit vom Heim zum Arbeitsort aufwenden. Die Bevölkerung wuchs überdurchschnittlich in der Ost- und Zentralschweiz (um Zürich), im Genferseeraum und im Tessin. In der Nordwestschweiz und im Mittelland lag das Wachstum unter dem Landesdurchschnitt. Dies deute auf eine weitere Stärkung der Metropole Zürich auf Kosten der Regionen Bern und Basel hin, urteilen die Statistiker. (APA)

Share if you care.