Peking: Verhältnis zu USA durch Wanzen-Affäre nicht belastet

22. Jänner 2002, 09:57
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Chinesisches Außenministerium spielt Angelegenheit um Präsidentenmaschine herunter

Peking - Die so genannte Wanzen-Affäre wird das Verhältnis mit den USA nach Einschätzung der chinesischen Regierung nicht belasten. Er habe zwar von der angeblichen Verwanzung einer aus den USA gelieferten Präsidentenmaschine gehört, sagte Außenamtssprecher Sun Yuxi am Dienstag vor Journalisten. "Aber ich sehe keinen Einfluss dieses Vorfalls auf andere Fragen", betonte Sun in der ersten offiziellen Stellungnahme Chinas seit den Berichten. US-Zeitungen hatten am Samstag berichtet, der chinesische Geheimdienst habe hoch sensible Abhörwanzen in einer aus den USA gelieferten Boeing 767 entdeckt, die als Präsidentenmaschine für Staats- und Parteichef Jiang Zemin bestimmt war.

"China ist ein friedfertiges Land, das niemanden bedroht", sagte Sun. "Deshalb hat es keinen Sinn, Mikrofone auf China zu richten", fügte der Sprecher des Außenministeriums in Peking hinzu. Nach Darstellung der "Financial Times" gibt es zwar keinen Beleg für eine Verwicklung der US-Regierung in die Angelegenheit. Nach Angaben von chinesischen Militärexperten seien die äußerst subtilen Abhörgeräte jedoch nicht im Handel erhältlich. Weder Washington noch Peking hatten die Angelegenheit bislang kommentiert. US-Außenminister Colin Powell betonte lediglich, die Affäre werde keine Auswirkungen auf den Besuch von Präsident George W. Bush haben, der Ende Februar nach Peking reisen will. (APA)

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