Theater mit Nullen und Einsen

21. Jänner 2002, 23:23
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Das moop-Medientheater beweist dass "neue Medien" theatertauglich sind

Mit verführerischen medialen Mitteln prescht das Theater hin und wieder in die Gegenwart vor. Dass "neue Medien" theatertauglich sind, mehr noch: dass Theater von ihnen ausgehen kann, dafür steht seit 1995 Klaus Karlbauer und das moop-Medientheater ein. Videoprojektionen und digitalisierte Musik sind integrativer Bestandteile der neuesten Produktion "Zeroes + Ones". Ein abgründiges Musical, basierend auf Sadie Plants gleichnamigem, populärwissenschaftlichem Werk, Nullen und Einsen. Digitale Frauen und die Kultur der neuen Technologien. Berlin Verlag 1998.

Am Beispiel der viktorianischen Mathematikerin und Tochter Lord Byrons, Ada Lovelace, beschreibt Plant die (weibliche) Fähigkeit des Verwebens: vom Webstuhl als Prototyp einer Analogmaschine bis hin zum Verweben von Fiktion und Realität, von Null und Eins bzw. zweier Leben: als Mutter und Popstar. Es wären keine Menschen, würde mehr als bloß das "Dazwischen" gelingen.

Die Schauspielerin Roswitha Schreiner singt wie PJ Harvey (!), sitzt am Hocker vor der auf Videowand projizierten Küchenzeile - eine helle Schnittmenge an Theater! Empfehlung für einen unaufdringlichen und wilden Abend. (afze)
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.01. 2002)

dietheater Künstlerhaus
20 Uhr
Karlplatz 5
1010 Wien
Karten: 587 05 04
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