Neues EU-Frühwarnsystem für Futtermittel kommt

21. Jänner 2002, 19:33
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Gegenseitige Meldepflicht der EU-Mitgliedstaaten ermöglicht schnelles Reagieren auf verseuchte Produkte

Brüssel - In der EU wird in Kürze ein Frühwarnsystem für verseuchte Futtermittel aufgebaut. Das entschied der EU-Agrarrat am Montag in Brüssel.

Das neue System zur gegenseitigen Information unter den Mitgliedstaaten der EU wird in die bereits bestehenden Vorschriften zur schnellen Meldung von kontaminierten Lebensmitteln integriert. Außerdem wurde der Rechtsrahmen für die neue EU-Lebensmittelbehörde angenommen.

In wenigen Wochen in Kraft

Die Vorschriften für das neue Schnellwarnsystem werden nach Angaben von EU-Verbraucherschutzkommissar David Byrne bereits in wenigen Wochen in Kraft treten. Durch die gegenseitige Meldepflicht der EU-Mitgliedstaaten könnten verseuchte Produkte umgehend aus dem Verkehr gezogen werden.

Der endgültige Sitz der neuen Europäischen Lebensmittelbehörde ist zwar nach wie vor unklar, doch kann mit dem Beschluss des EU-Agrarrates nun mit dem praktischen Aufbau des Amtes begonnen werden. Die neue und zunächst provisorisch in Brüssel untergebrachte Behörde soll für alle Mitgliedsländer der Union auf wissenschaftlicher Basis Risikobewertungen vornehmen, Informationen bereitstellen und als Frühwarnsystem für die Konsumenten dienen.

Die Experten der unabhängig arbeitenden Behörde werden nach den Plänen noch in diesem Jahr mit der Arbeit beginnen. Schließlich sollen dort mehr als 300 Lebensmittelspezialisten tätig sein. Eine EU-Lebensmittelbehörde einzurichten, war von der Kommission bereits Anfang 2000 erwogen worden. Sie ist Teil einer umfassenden Strategie zur EU-Lebensmittelpolitik, die angesichts der BSE-Krise und Skandale um dioxinverseuchtes Geflügel entwickelt wurde. (APA/dpa)

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