Auf dem Weg zum Bestseller

21. Jänner 2002, 17:15
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Der Smart fuhr im Kleinwagensegment still und heimlich aufs Stockerl - Modelloffensive steht bevor

Salzburg - "Feuer unterm Hintern" wollte Mercedes-Benz- Chef Jürgen Hubbert noch im November 1999 Österreichs Händlern machen, weil der Smart-Absatz nicht anspringen wollte. Das Feuerchen war wohl warm genug, die Händler haben sich ins Zeug gelegt, das Auto entwickelt sich still und heimlich von der Lachnummer zum Bestseller im Kleinwagensegment. 1999 wurden 900 Smart zugelassen, 2001 waren es 1410, das sind 6,8 Prozent mehr als im Jahr davor bei einem um fünf Prozent rückläufigen Gesamtmarkt. Damit liegt man aber immer noch weit hinter dem ursprünglichen Ziel: 1500 Stück wollte man allein im Raum Wien verkaufen.

Rang drei in Europa

"Wir sind nun im Marktanteil Nummer drei hinter der Schweiz und Deutschland", freut sich Stephan Gantner, Sprecher von Mercedes-Benz Österreich. 52 Prozent sind Dieselfahrzeuge. Aber auch das Cabrio, dessen Scheinwerferdesign nach den Facelift jetzt auch das Citycoupé übernommen hat, sei gut angekommen. Smart liegt damit im Segment hinter Toyota Yaris und VW Lupo an dritter Stelle, vor Ford Ka und Renault Twingo.

Imagestarke Marken legen zu

Vordergründig ließe sich der Erfolg mit der alten Gleichung "schlechte Zeiten - kleine Autos" erklären, heute gilt dies aber nicht mehr, schon weil klein nicht mehr unbedingt ident mit billig ist. Laut Motivforschung und Statistik laufe es nach der Zäsur vom 11. September darauf hinaus, dass imagestarke Marken zulegen, schwache verlieren. Dass Smart überhaupt überlebt hat, liege laut Kritikern daran, dass DaimlerChrysler mit der Marktmacht des Automobilgiganten "wieder einmal ein Produkt gegen den Willen der Konsumenten durchgedrückt" habe.

Nun sieht es gar so aus, als ob der Kleinwagenbauer einer der Gewinner beim gnadenlosen Verdrängungswettbewerb sei. So meldet die Micro Compact Car Smart GmbH für 2001 das beste Ergebnis seit Marktstart Ende 1998. Der Absatz stieg 14 Prozent auf 116.162 Fahrzeuge, der Umsatz kletterte über eine Mrd. € (rund 13,76 Mrd. S), der Breakeven soll 2004 erreicht werden.

Lifestyleprodukt

Europaweit gilt der Zweisitzer längst als Lifestyleprodukt, man konzentriert sich erfolgreich auf Metropolen wie Rom und Paris. Und auch im engen Japan verspricht das dort als Rechtslenker erhältliche Wägelchen ein Bestseller zu werden. Bei der Tokyo Motor Show 2001 war der Smart- Stand bestens besucht.

Modelloffensive

Die Modelloffensive steht unmittelbar bevor. So kündigt Smart-Geschäftsführer Andreas Renschler eine Kleinserie des buggyähnlichen Crossblade schon für Mitte 2002 an. Roadster und Coupé folgen 2003, und 2004 kommt der lange erwartete Viersitzer. (Andreas Stockinger, DER STANDARD, Printausgabe 22.1.2002)

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