Bode "Mr Cool" Miller gewinnt Schladming

25. Jänner 2002, 14:27
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Der Amerikaner dominierte das Slalom-Rodeo auf der Planai, die Österreicher hielten sich gut: Schönfelder Vierter, Albrecht Siebenter

Schladming – Das "Nightrace" war wieder das Rennen der Saison. Mehr als 45.000 Fans pilgerten am Dienstag zum Nachtslalom nach Schladming und sie bejubelten eine Demonstration des derzeit wohl besten Slalom-Piloten. Der US-Amerikaner Bode Miller nützte Bedingungen und Startnummer perfekt aus und feierte seinen vierten Weltcup-Sieg in dieser Saison, den dritten im Slalom. Der US-Boy setzte sich mit der Nummer eins 0,66 Sekunden vor dem Franzosen Jean-Pierre Vidal durch, dieses Duo distanzierte das Feld. Ivica Kostelic (CRO) hatte als Dritter bereits 2,45 Sekunden Rückstand, Platz vier teilten sich Kitz-Sieger Rainer Schönfelder und Mitja Kunc.

Der zweite Österreicher im Finale, Kilian Albrecht, belegte Rang sieben. Nun haben die Slalom-Artisten bis zu Olympia Pause, das ÖSV-Team steht: Schönfelder, Albrecht, Benni Raich und Manfred Pranger werden Österreich am 23. Februar in Salt Lake City vertreten.

Nummern nicht unwichtig

Das Wetter hatte im Slalom diesmal aber entscheidenden Anteil. Im ersten Durchgang brach die Piste, das Resultat war ein Startnummern-Rennen par excellence, das nutzte Miller perfekt aus. Der Regen am Montag, dazu Nebel am Dienstag hatten dem Zielhang der Planai arg zugesetzt, für die Österreicher war so nicht viel zu holen. Rainer Schönfelder belegte mit Nummer sieben Platz sechs, vor ihm lagen nur Läufer mit noch niedereren Nummern, der Rest der ÖSV-Equipe stand auf der brechenden Piste auf verlorenem Posten: Kilian Albrecht kassierte als Elfter bereits 2,5 Sekunden, Benni Raich wurde nach dem ersten Lauf disqualifiziert ("Oben war's okay, unten eine Zauberei"), Manfred Pranger, Florian Seer (der sich am Sprunggelenk verletzte) schieden aus, Martin Marinac und Pierre Egger hatten mit ihrem hohen Nummern keine Chance.

Doch im zweiten Durchgang wurde Schladming wieder zum Fest. Die Piste besser, die Fahrten teilweise packend. Und wie schon beim ersten Nachtslalom der Saison erwies sich Bode Miller im Flutlicht als unschlagbar. Er zauberte, diesmal als 30. und Letzter der Finalstartliste, die zweitbeste Laufzeit (hinter dem Japaner Minigawa, der im zweiten Lauf als Erster im Ziel die Bestmarke im Finale erzielt hatte) in den Schnee und gewann überlegen. Und die Stimmung ließ dann sogar den coolen Bode in den Schnee sinken und seinen Erfolg genießen.

Favorit? Was soll's

"Es war ein großartiges Rennen. Einige haben sensationelle Läufe geliefert, ich musste noch angreifen – und es ist sich ausgegangen." Dass er nun für Salt Lake Favorit ist, stört ihn nicht: "Normal ein Problem, aber ich werde das Gegenteil beweisen."

Die Österreicher waren an diesem Tag auch ohne Podestplätze zufrieden. Zumal Schönfelder wieder bewies, dass er derzeit in großer Form ist. "Ich hatte oben Fehler, war schon froh, dass ich im zweiten Lauf den Einser aufleuchten sah. Heute bin ich zufrieden." Und auch Kilian Albrecht bestätigte im zweiten Lauf mit drittbester Laufzeit, dass die Form passt. "Es war zwar schade, dass es im ersten Durchgang wegen der Bedingungen nicht geklappt hat, aber der zweite Lauf war super." Zwei heiße Eisen hat Österreich damit bei Olympia im Feuer, im Slalom-Weltcup allerdings fällt die Entscheidung beim Finale in Flachau, dem letzten ausständigen Rennen, zwischen Kostelic und Miller. 31 Punkte hat der Kroate noch Vorsprung.

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