Streubesitz von Austria Tabak ausgegliedert

21. Jänner 2002, 17:03
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Gallaher-Konzern nun Alleineigentümer

Wien - Der britische Tabakkonzern Gallaher, der Mitte vorigen Jahres den Staatsanteil von 41,1 Prozent an der Austria Tabak AG (AT) für 85 Euro (1169,63 S) je Aktie übernommen und in der Folgezeit zum selben Preis den Großteil des Streubesitzes aufgekauft hat, ist jetzt Alleineigentümer des traditionsreichen ehemaligen Tabakmonopolbetriebs. In einer außerordentlichen Hauptversammlung der AT wurde am Montag beschlossen, den verbliebenen Streubesitz von 70.667 Aktien oder 0,32 Prozent des Grundkapitals von der AT abzuspalten und in eine eigene Gesellschaft, die Alps Vermögensverwaltungs AG, auszulagern.

Entschädigung

Entsprechend der Anzahl der an der AT gehaltenen Aktien erhält jeder Aktionär Aktien der neuen Gesellschaft im Gegenwert von einem Euro. Außerdem erhält er von Gallaher einen Barbetrag von 84 Euro je Aktie. Damit wird der verbliebene Streubesitz im selben Ausmaß entschädigt wie jene Kleinaktionäre, die vom im Herbst vorigen Jahres vorgelegten Übernahmeangebot des britischen Tabakkonzerns Gebrauch gemacht haben. Mit dem Auskauf der restlichen Kleinaktionäre wird die AT-Aktie voraussichtlich schon Ende Februar vom Kursblatt der Wiener Börse verschwinden.

Wie AT-Generaldirektor Heinz Schiendl dem Standard mitteilte, wird die neue Gesellschaft nur bis 20. Dezember dieses Jahres existieren. Im Anschluss daran wird ein dreimaliger Gläubigeraufruf erfolgen, um die Transaktion des Auskaufs der restlichen Kleinaktionäre endgültig unter Dach und Fach zu bringen.

Organisatorische Änderungen

Mit der neuen Besitzstruktur sind auch organisatorische Änderungen verbunden, sagte Schiendl. So werde in Weybridge, Surrey, dem Sitz von Gallaher, eine zentrale Marketinggruppe installiert, die sich ausschließlich um die großen Marken des Konzerns, Benson & Hedges, Memphis sowie L&D (Russland), kümmern werde. Die Marketingabteilung in Österreich sei davon nicht betroffen. Produktionsumschichtungen innerhalb des Konzerns würden derzeit ebenfalls diskutiert. (Günter Baburek, DER STANDARD, Printausgabe 22.1.2002)

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