Van der Bellen an der Spitze der Grünen bestätigt

22. Jänner 2002, 12:45
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Starke Vertretung von Frauen in Spitzengremien beschlossen

Innsbruck - Die Grünen setzen weiter voll auf ihren Bundessprecher Alexander Van der Bellen. Der 58-jährige Universitätsprofessor wurde am Sonntag beim Bundeskongress in Innsbruck mit 90,5 Prozent der (221) Delegierten-Stimmen bestätigt - für ihn bei seiner dritten Wahl mit Abstand das beste Ergebnis.

Insgesamt zeigten sich die Grünen beim Bundeskongress angesichts der letzten Wahlerfolge zuversichtlich. Van der Bellen impfte folgerichtig den Delegierten entsprechendes Selbstbewusstsein ein: "Wir sind keine Kleinstpartei mehr. Wir sind am Weg zur Mittelpartei und am Weg - das ist kein Wunschdenken - die FPÖ auf Dauer zu überholen." Dabei verwies er darauf, dass dies in St. Pölten bereits gelungen sei und bei der letzten Landtagswahl in Graz beinahe. Bezüglich einer möglichen Regierunsbeteiligung legte sich Van der Bellen "bewusst" nicht fest, wiewohl er betonte, dass sich die Grünen nicht in der Opposition pragmatisieren lassen würden.

Starke Frauenbeteiligung

Beschlossen wurden beim Bundeskongress auch diverse Regelungen, die eine starke Vertretung von Frauen in den Spitzengremien garantieren. So muss künftig zumindest eine der BundessprecherstellvertreterInnen weiblich sein, ebenso müssen Frauen die Hälfte der Posten bei einer allfälligen Regierungsbeteiligung innehaben.

Weitere Inhalte und Vorstand

Inhaltlich verlangte Van der Bellen beim Bundeskongress, die im Bundesverkehrswegeplan vorgesehenen Mittel lieber für Kindergärten, Volksschulen, Universitäten und aktive Arbeitsmarkt einzusetzen. Ausdrücklich rief der Bundessprecher zu einer Unterstützung des Sozialstaat-Volksbegehrens auf.

Interessante Ergebnisse brachte zum Abschluss des Bundeskongresses die Wahl der Vorstands-Mitglieder. Während Sozialsprecher Karl Öllinger (89,5 Prozent) und Umweltsprecherin Eva Glawischnig (84 Prozent) starke Zustimmung erhielten, musste sich Niederösterreichs Landeschefin Brigid Weinzinger mit 58,4 Prozent bescheiden. Die Nationalratsabgeordnete Madeleine Petrovic, mit der Weinzinger quasi Posten tauscht, erhielt dagegen von den Delegierten tosenden Applaus, als sich Van der Bellen für ihre Bereitschaft bedankte, bei den nächsten niederösterreichischen Landtagswahlen als Grüne Spitzenkandidatin zu fungieren. (APA)

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