Bedächtiger Sprachkünstler mit ästhetischem Eigensinn

21. Jänner 2002, 12:10
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Der Österreicher Alois Hotschnig erhält den Hamburger Italo-Svevo-Preis

Hamburg/Wien - Alois Hotschnig erhält in diesem Jahr den mit 15.000 Euro (206.405 S) dotierten Italo-Svevo-Literaturpreis. Die von der Hamburger Blue Capital GmbH ausgelobte Auszeichnung für das Prosa-Werk eines hervorragenden Literaten, das einer breiteren Öffentlichkeit noch zu wenig bekannt ist, wird heuer zum zweiten Mal und - nach der Salzburgerin Kathrin Röggla - zum zweiten Mal an einen österreichischen Autor vergeben.

Hotschnigs Werk, das thematische und stilistische Verbindunglinien zu Kafka, Bernhard, Bachmann und Haushofer pflegt, ist schmal und konsequent, heißt es in der Preisbegründung. Von den ersten Erzählungen über den 1992 erschienenen, mehrfach ausgezeichneten Roman "Leonardos Hände" bis hin zu "Ludwigs Zimmer" sei derselbe Geist am Werk: der eines absolut ernsthaften, bedingungslosen Schriftstellers.

Alleinjuror Karl Markus Gauß

Der Svevo-Literaturpreis wird von einem Alleinjuror vergeben. Für dieses Jahr wählte das Italo Svevo-Kuratorium den Kritiker Karl Markus Gauß, der sich für Alois Hotschnig entschied, weil "er in ihm einen bedächtigen Sprachkünstler mit ästhetischem Eigensinn erkennt", wie es in einer Aussendung der Preisstifter heißt. Die Auszeichnung wird am 15. März in Hamburg überreicht.

Alois Hotschnig wurde am 3. Oktober 1959 in Kärnten geboren. Er studierte Medizin und anschließend Germanistik sowie Anglistik in Innsbruck. Seit 1989 lebt er als freiberuflicher Autor in Innsbruck. Für sein Werk erhielt er bereits einige Auszeichnungen. Zuletzt erschien der Roman "Ludwigs Zimmer" (Kiepenheuer und Witsch).

Benannt ist der Preis nach dem italienischen Autor Italo Svevo (1861 - 1928), der erst spät Anerkennung fand.(APA)

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