Südafrika: Streit um Abgabe von Aids-Medikamenten

21. Jänner 2002, 13:09
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AktivistInnen fordern bessere Versorgung HIV-Infizierter

Kapstadt - Südafrikanische Aids-AktivistInnen wollen vor Gericht weiter für eine bessere medizinische Versorgung HIV-infizierter PatientInnen kämpfen. Dabei geht es in erster Linie um die kostenlose Verschreibung des Aids-Medikamentes Nevirapine. Die Organisation Treatment Action Campaign (TAC) erklärte am Sonntag, sie fechte die Berufung eines Urteils des Obersten Gerichts an, das die Regierung dazu verpflichtet hatte, allen schwangeren HIV-positiven Frauen Nevirapine zur Verfügung zu stellen.

Die südafrikanische Regierung hat gegen dieses Urteil vom Dezember Rechtsmittel beim Verfassungsgericht eingelegt. Ob diese Berufung zulässig ist, wird voraussichtlich im Laufe der kommenden Wochen entschieden. TAC-Sprecher Mark Heywood sagte, seine Organisation wolle erwirken, dass die Regierung das Urteil des Obersten Gerichts unverzüglich umsetzen müsse. Eine Verzögerung koste viele Menschenleben, sagte Heywood.

Studien zufolge kann das von Böhringer Ingelheim entwickelte Nevirapine die Wahrscheinlichkeit der Übertragung einer HIV-Infektion von der Mutter auf das Kind erheblich reduzieren. Die südafrikanische Regierung argumentiert, die Sicherheit von Nevirapine sei nicht geklärt. Böhringer Ingelheim stellt das Medikament Entwicklungsländern kostenlos zur Verfügung. (APA)

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