Pleiten in Japan erreichen zweithöchsten Stand seit dem Krieg

21. Jänner 2002, 10:32
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138 Milliarden Euro Passiva

Tokio - Die Zahl der Pleiten hat in Japan im vergangenen Jahr den zweithöchsten Stand seit dem Krieg erreicht. In der rezessionsgeplagten Wirtschaft seien 19.441 Firmen in Konkurs gegangenen, berichtete die private Kreditagentur Teikoku Databank Ltd. am Montag in Tokio. Dies waren 1,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor und der höchste Stand seit 1984, als 20.841 Unternehmen das Jahr nicht überlebten.

138 Mrd. Euro Passiva

Die Schulden der Konkursunternehmen summierten sich laut Teikoku Databank im vergangenen Jahr auf 16,2 Bill. Yen (139,1 Mrd. Euro/1.914 Mrd. S). Auch dies war neben der Zahl der Pleiten der zweithöchste Wert seit dem Zweiten Weltkrieg. Die japanische Zentralbank rechnete unterdessen mit einer weiteren Verschlechterung der Wirtschaftslage.

Der bisherige Höchststand war 2000 erreicht worden, als durch Pleiten mehrere Großbanken und Finanzinstitute fast 24 Bill. Yen bei bankrotten Firmen aufgelaufen war. Im vergangenen Jahr trugen den Angaben zufolge vor allem Versicherungspleiten zu dem hohen Schuldenaufkommen bei.

Japan wird derzeit zum dritten Mal innerhalb eines Jahrzehnts von einer Rezession heimgesucht. Die Regierung versucht derzeit, mit tief greifenden Strukturreformen gegenzusteuern. Zentralbank-Präsident Masaru Haymi ging am Montag davon aus, dass diese die Situation kurzfristig weiter verschärfen werden. Er erwarte einen weiteren Rückgang der Exporte und Investitionen, sagte der Notenbank-Chef in einer Rede vor Bankenvertretern. Gleichzeitig werde der private Konsum schwach bleiben. (APA)

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