"Allein auf einen Mann zu setzen..."

22. Jänner 2002, 11:52
posten

BRD: Grüne Landespolitikerinnen wollen Joschka Fischer nicht als alleinigen Spitzenkandidaten

Berlin - Führende Landespolitikerinnen der Grünen haben sich gegen die Berufung von Bundesaußenminister Joschka Fischer zum alleinigen Spitzenkandidaten der Grünen gewandt. "Es wäre absurd und grundfalsch, Fischer als alleinigen Kandidaten aufzustellen", sagte Thüringens Grünen-Chefin Astrid Rothe der "Bild am Sonntag". Wenn sich die Grünen "in die Männerriege der Stoibers und Schröders einreihen, verschenken sie Potenzial", sagte sie. Rothe forderte wie andere Kolleginnen stattdessen ein "starkes Spitzenteam".

Boykott nicht ausgeschlossen

Neben Fischer sollten nach Ansicht Rothes Verbraucherministerin Renate Künast sowie die Parteivorsitzenden Claudia Roth und Fritz Kuhn der Konkurrenz die Stirn bieten. Niedersachsens Grünen-Sprecherin Heidi Tischmann sagte, obwohl Fischer der beliebteste Politiker sei, finde sie es falsch, "ihn allein an die Spitze zu setzen". Sie wollte sogar einen Boykott durch die Parteibasis nicht ausschließen. Kreisverbände könnten sich weigern, Fischer-Plakate zu kleben, meinte sie.

Die sachsen-anhaltinische Grüne Ines Brock erinnerte daran, dass Fischer in jüngster Zeit mit seiner Außenpolitik nicht unumstritten gewesen sei. Die Grünen-Chefin von Rheinland-Pfalz, Tabea Rößner, sagte, allein auf einen Mann zu setzen, "wäre ein schlechtes Signal für die Partei". (APA)

Share if you care.