"Friedensprozess von Tötungswelle bedroht"

21. Jänner 2002, 17:50
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Sinn-Fein-Chef Gerry Adams sieht angesichts neuer Zwischenfälle in Belfast schwarz

Belfast/London - Die Friedensbemühungen in Nordirland werden nach Ansicht von Sinn Fein-Präsident Gerry Adams von einer "Tötungswelle der (protestantischen) Loyalisten" bedroht. Dieser "Realität" müsse der britische Premierminister Tony Blair ins Auge sehen, meinte Adams am Montag vor einem Treffen mit Blair in London. In der nordirischen Hauptstadt Belfast war es am späten Sonntagabend erneut zu Zwischenfällen gekommen, die allerdings von Katholiken ausgelöst worden sind.

Wie die Polizei mitteilte, wurden die Sicherheitskräfte im Norden der Stadt von aufgebrachten katholischen Nationalisten mit Steinen, Brand- und Sprengsätzen angegriffen. Die Demonstranten hätten auch Fahrzeuge in Brand gesteckt und Barrikaden errichtet.

Bereits zuvor war im Stadtteil Whitewell ein Brandanschlag auf das Haus eines protestantischen Rentners verübt worden. Nach Angaben der Polizei warfen katholische Jugendliche eine Benzinbombe in das Haus. Verletzt wurde niemand, da der Mann zur Tatzeit nicht im Haus war. Das Gebäude wurde schwer beschädigt.

Der Sinn Fein-Abgeordnete in der nordirischen Regionalversammlung, Gerry Kelly, verurteilte den Anschlag am Montag. Die "große Wut" unter der katholischen Bevölkerung nach der Erschießung eines 20 Jahre alten Katholiken vor zehn Tagen könne "keine Rechtfertigung" für Angriffe auf Häuser von Protestanten sein, sagte Kelly.(APA/dpa)

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