Türkei: 100 kurdische Demonstranten festgenommen

20. Jänner 2002, 16:50
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Regierung lehnt Zugeständnisse an kurdische Minderheit ab

Ankara - Die türkische Polizei hat am Sonntag in Istanbul 100 Kurden festgenommen, die für Schulunterricht in kurdischer Sprache demonstriert hatten. Bei den Festgenommenen handelt es sich zum großen Teil um Mitglieder der prokurdischen Volksdemokratischen Partei (Hadep). Der stellvertretende Ministerpräsident Devlet Bahceli lehnte erneut jegliche Zugeständnisse an die kurdische Minderheit ab. Kürzlich waren Fernsehsendungen in kurdischer Sprache erlaubt worden, Unterricht in kurdischer Sprache will die Regierung in Ankara jedoch nicht zulassen.

Die linksgerichtete Hadep ist die einzige legale Partei, die sich für die kulturellen und politischen Rechte der Kurden in der Türkei einsetzt. Mit Gewaltaktionen oder der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) des zum Tode verurteilten Kurdenführers Abdullah Öcalan hat die Partei laut eigener Aussage nichts zu tun. Gegen die Partei ist trotzdem ein Verbotsantrag der Regierung anhängig. Ihre drei Vorgängerorganisationen wurden wegen Unterstützung der PKK verboten. (APA/AP)

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