Miliz-Terror und Spannung zwischen Kongo und Ruanda erschwert Hilfe

20. Jänner 2002, 16:25
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Ruanda unterstützt Rebellen

Nairobi - Die Hilfe für die bis zu 400.000 Flüchtlinge nach der Vulkankatastrophe an der kongolesisch-ruandischen Grenze wird durch die politischen Spannungen zwischen beiden Ländern erschwert. In dem über drei Jahre währenden Bürgerkrieg in Kongo mit mehreren hunderttausend Toten gehört das Nachbarland Ruanda - neben Uganda - zu den Unterstützern der Rebellen. Sie bekämpfen seit 1998 die Regierung in der Hauptstadt Kinshasa und ihre Verbündeten Simbabwe, Angola und Namibia.

Die Rebellen kontrollieren über die Hälfte des Landes. Obwohl 1999 in einem Waffenstillstandsabkommen der Rückzug aller ausländischen Truppen beschlossen wurde, unterhält Ruanda wie die meisten anderen Invasoren weiterhin Truppen im Konfliktland. Präsident Paul Kagame begründet die Präsenz in Ostkongo mit Sicherheitsinteressen.

Hunderttausende Kämpfer geflüchtet

Nach dem Völkermord an rund 800.000 Vertretern des Tutsi-Stammes 1994 in Ruanda waren hunderttausende Hutu-Kämpfer in den kongolesischen Dschungel geflüchtet. Noch immer hält sich ein großer Teil dort auf und kämpft auf Seiten der Regierung von Präsident Joseph Kabila. Versteckt im dichten Urwald am Fuße der Virunga-Vulkanberge haben die Hutu-Milizionäre gemeinsam mit Kämpfern des Mai Mai-Stammes dort in den vergangenen Jahren zahlreiche Dörfer terrorisiert und ausgeraubt.

Aus Furcht vor ihnen flüchteten sich Hunderttausende Menschen in die Knotenstadt Goma. Unter dem Schutz des Hauptquartiers der Rebellenorganisation "Kongolesische Bewegung für Demokratie" (RCD) und der UN-Beobachter-Mission für Kongo (Monuc) fühlten sie sich dort sicher. (APA/dpa)

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