Nigerianischer Präsident fordert Ende der Gewalt in Simbabwe

21. Jänner 2002, 12:40
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Neue Auseinandersetzungen gemeldet

Harare - Bei einem Krisengipfel in Simbabwe hat der nigerianische Präsident Olusegun Obasanjo ein umgehendes Ende der Gewalt in dem südafrikanischen Land angemahnt. Die Regierung von Simbabwe müsse ihr im September unterzeichnetes Versprechen, die umstrittenen Besetzungen von Farmen weißer Bauern zu stoppen, schnellstens umsetzen, forderte Obasanjo im staatlichen Rundfunk. Er war am Sonntag zu einem Krisengespräch mit Präsident Robert Mugabe nach Harare gereist und blieb bis tief in die Nacht.

Die Mitunterzeichner der Vereinbarung vom September, darunter die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien, müssten die Umsetzung des Abkommens unterstützen, erklärte Obasanjo. Sie erfolge derzeit nur sehr langsam. Mugabe betonte hingegen, seine Regierung habe ihre Verpflichtungen eingehalten. Obasanjo traf auch mit Oppositionsführer Morgan Tsvangirai zusammen.

Unterdessen kam es in der Stadt Bulawayo sowie auch auf dem Land wieder zu neuer Gewalt. In Bulawayo setzte die Polizei am Sonntag Tränengas ein, um rund eineinhalb Monate vor der Präsidentschaftswahl kämpfende Anhänger von Regierung und Opposition zu trennen. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig des Angriffs. Mindestens 18 Personen wurden verletzt. Auch aus Regionen nordwestlich von Harare meldete der Landwirtschaftsverband, in dem hauptsächlich weiße Bauern organisiert sind, neue Zusammenstöße.

Anhänger Mugabes haben seit März 2000 mehr als 1.700 Farmen von Weißen besetzt. Während der gewaltsamen Auseinandersetzungen wurden mindestens neun weiße Farmer getötet. (APA/AP)

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