Sloterdijk: 11. September war ein "schwer wahrnehmbarer Kleinzwischenfall"

20. Jänner 2002, 14:28
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Der Erfolg hat den Philosophen "ruiniert"

Berlin - "Und wenn mir jemand versichert, dass er nach dem 11. September im Bereich der Philosophie anders denkt als vorher, streiche ich ihn sofort aus der Liste der ernst zu nehmenden Personen. Man kann als Intellektueller nicht behaupten, dass man im Rückblick auf das 20. Jahrhundert durch einen Zwischenfall in amerikanischen Hochhäusern plötzlich aus einem dogmatischen Schlummer erwacht ist. Ich glaube, die Katastrophenlandschaft des 20. Jahrhunderts einigermaßen zu überblicken. Der 11. September gehört da eher zu den schwer wahrnehmbaren Kleinzwischenfällen." (Der Philosoph Peter Sloterdijk in der "Welt am Sonntag" zu den Terroranschlägen gegen die USA.)

"Der gegenwärtige Übererfolg hat mich ruiniert. Mit diesem Erfolg kann ich mich zu Lebzeiten als Philosoph in der eigenen Zunft nicht mehr sehen lassen. Ich bin wohl dazu verdammt, posthum glücklich zu werden und in der Hoffnung zu leben, dass der ernsthaft Teil meines Werkes eine gewisse Lebenserwartung hat." (Der Philosoph Peter Sloterdijk in der "Welt am Sonntag" zu den Folgen seiner Resonanz in der Öffentlichkeit.) (APA/dpa)

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