EU will weiter Vollbeschäftigung bis 2010

21. Jänner 2002, 12:20
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Arbeits- und Sozialminister halten trotz verschlechterter Wirtschaftslage daran fest

Burgos - Die Europäische Union hält trotz der verschlechterten Wirtschaftslage an ihrem Ziel fest, bis zum Jahr 2010 die Vollbeschäftigung zu erreichen. Darauf verständigten sich die Arbeits- und Sozialminister der EU-Staaten bei einem informellen Treffen in Burgos in Nordspanien. Allerdings seien zusätzliche Reformen erforderlich, betonte der EU-Ratspräsident und spanische Sozialminister Juan Carlos Aparicio nach Rundfunkberichten vom Sonntag. Arbeitgeber und Gewerkschaften sollten stärker in die Arbeitsmarktpolitik einbezogen werden. Außerdem müsse die EU der Zuwanderung eine größere Aufmerksamkeit widmen. Österreich ist in Burgos durch Sozialminister Herbert Haupt vertreten.

Die Minister kamen ferner grundsätzlich überein, dass die EU-Staaten ihre Systeme der Renten- und der Arbeitslosenversicherung besser untereinander abstimmen sollen. Die Mitgliedsstaaten sollten die allgemeine Ausrichtung ihrer Sozialpolitik koordinieren, sagte die EU-Sozialkommissarin Anna Diamantopoulou. Der EU-Ratspräsident plädierte dafür, dass Arbeitnehmer künftig auf freiwilliger Basis länger erwerbstätig sein und später in Rente gehen sollten. Damit sollten die Kassen der Rentenversicherung entlastet werden.

Die Minister erörterten zudem den Vorschlag, europäische Ausweise für Krankenversicherte einzuführen. Solche Ausweise sollten elektronisch lesbar sein und die Inanspruchnahme von Krankenversicherungen bei Reisen innerhalb der EU erleichtern, sagte Aparicio. Neue Rechte sollten sich daraus nicht ableiten. Über die Einführung dieser Ausweise solle die EU-Gipfelkonferenz im März in Barcelona entscheiden. Während des Treffens demonstrierten etwa 1.000 Globalisierungsgegner für mehr soziale Sicherheit. Nach Angaben der Polizei kam es zu keinen Zwischenfällen. (APA/dpa)

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