US-Punker von Bad Religion starten mit altem Frontmann neu durch

20. Jänner 2002, 13:55
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Neues Album ab Montag - Band sieht sich in ihrem Protest gegen jegliche organisierte Religion bestätigt

Hamburg - Die amerikanische Punkrockband Bad Religion sieht sich durch die Ereignisse um den 11. September bestätigt in ihrem Protest gegen jegliche organisierte Religion. "Die ganze Karriere von Bad Religion erscheint nach dem 11. September in einem neuen Licht", sagt Bad-Religion-Frontmann Brett Gurewitz. Gurewitz, der die Band schon zwei Mal verlassen hatte, nun aber für das morgen, Montag, erscheinende Album "The Process Of Belief" abermals zurückgekehrt ist, sieht Bad Religion nach Jahren der Orientierungslosigkeit wieder auf einem guten Weg. Er hält aber mit Kritik an den ohne ihn entstandenen Platten nicht hinter dem Berg.

Insbesondere das von Rock-Altmeister Todd Rundgren produzierte und im vergangenen Jahr erschienene Album "A New America" kritisiert er heftig. "Ich habe die Produktion von Todd Rundgren für einen Fehler gehalten", sagt er: "Todd versteht nicht genug von Punkrock, um ein Bad-Religion-Album zu produzieren." Nun werde es aber wieder bergauf gehen, verspricht Gurewitz. "Es fühlt sich wie eine Verjüngung an", sagt der Musiker, der in den vergangenen Jahren viele Probleme mit Drogen hatte, diese aber offensichtlich inzwischen im Griff hat: "So eine Band braucht viel Kraft und jede Menge Energie. Das hätte ich nie bringen können, wenn ich meine Siebensachen nicht in Ordnung gebracht hätte."

Trotzdem mag Gurewitz nicht sagen, wie lange er diesmal bei Bad Religion bleiben wird. "Ich bin kein Fulltime-Mitglied. Ich kann nicht so viel auf Tournee gehen, wie das die anderen wollen", gesteht er: "Es war sehr schön, diese Platte zu machen, und ich werde wohl auch bei der nächsten Platte dabei sein. Aber eigentlich bin ich nicht der Typ, der allzu weit in die Zukunft schaut."

Gurewitz sieht nicht nur Bad Religion, sondern die gesamte internationale Punkszene in guter Verfassung. "Niemand ist überraschter als ich, dass die Punkszene immer noch so lebendig ist", schwärmt er: "Punkrock hat offensichtlich den Rock'n'Roll für immer verändert. Rock'n'Roll ist heutzutage nichts anderes als Punk."(APA/dpa)

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