Uni-Reform: ÖH lehnt Gehrer-Einladung zu Gespräch ab

20. Jänner 2002, 12:29
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Studenten organisieren stattdessen eigenes Gespräch zur Weiterentwicklung der Unis

Wien - Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) will der Einladung von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) zu einem Gespräch über die Universitätsreform am 30. Jänner nicht folgen. Stattdessen lädt die ÖH Vertreter der Rektoren- und Professorenkonferenz, der Mittelbauvertretung und der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) für den selben Tag zu Gesprächen über die Weiterentwicklung der Universität ein, teilten die ÖH-Vorsitzenden Anita Weinberger (Grüne und Alternative StudentInnen, GRAS) und Andrea Mautz (Verband Sozialistischer StudentInnen, VSStÖ) am Sonntag in einem Offenen Brief an Gehrer mit.

Die ÖH begründet ihre Entscheidung vor allem mit dem seitens des Ministeriums geführten Diskussionsstil und verbindet sie mit massiver Kritik an Gehrer. Die Studenten werfen dem Bildungsministerium vor, niemals eine "offene Diskussion" mit Studierenden und Lehrenden geführt zu haben. Die Studierenden seien nicht in die ministeriellen Arbeitsgruppen "Universitätsreform" und "Profilbildung" aufgenommen und der Gestaltungsvorschlag des Ministeriums sei unter gänzlicher Ausschließung der Betroffenen und der Öffentlichkeit erarbeitet worden.

Kritik an Enquete

Kritisiert wird von der ÖH auch die für 21. Februar geplante parlamentarische Enquete zur Uni-Reform. "Wir bezweifeln nachdrücklich, dass mögliche Ergebnisse dieser Enquete noch in das entsprechende Bundesgesetz, das bereits eine Woche später fertig sein soll, einfließen können", heißt es in dem Brief. Weiters sind die Studentenvertreter der Ansicht, dass durch die Strategie der Einzelgespräche mit den universitären Gruppen der Versuch unternommen werde, diese gegeneinander auszuspielen.

Mautz und Weinberger beschuldigen Gehrer, wiederholt gemachte Zusagen nicht einzuhalten. "Den Studierenden wurde seit der Übernahme der universitären Agenden durch Sie ausschließlich Verschlechterungen zuteil, die mittlerweile zu einem dramatischen Rückgang der Gesamtstudierendenzahlen um 20 Prozent und dem Rückgang der Anzahl der Neuinskribierenden um 14 Prozent geführt hat", schreiben die ÖH-Vertreter in dem Brief.

Im Bildungsministerium erklärte man am Sonntag auf Anfrage der APA, dass es sich bei der Einladung um ein Gespräch mit dem Chef der Hochschulsektion, Sigurd Höllinger, handle, die an die drei stärksten Fraktionen der ÖH gegangen sei, also neben GRAS und VSStÖ auch an die VP-nahe AktionsGemeinschaft. Es sei dies als ein Gespräch unter vielen im Rahmen der "offenen Planung". (APA)

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