Israels Armee plant nach Anschlag Aktionen gegen Fatah-Führung

20. Jänner 2002, 12:20
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Israelischer Spitzenmilitär warnt vor neuer Gewaltanwendung

Jerusalem - Die israelische Armee will ihre Militäraktionen gegen die Fatah-Bewegung Yasser Arafats und ihre Führung verschärfen. Der israelische Rundfunk meldete am Sonntag ferner, militante Mitglieder der Fatah seien verantwortlich für den Tod von zehn Israelis in der vergangenen Woche. Ein ranghoher israelischer Militär habe allerdings gewarnt, gezielte Aktionen gegen Fatah könnten wegen der großen Popularität der Bewegung innerhalb der palästinensischen Bevölkerung zu einer neuen Explosion der Gewalt führen.

Nach Angaben der Armee war die Zerstörung des Hauptgebäudes des palästinensischen Rundfunks und Fernsehens (PBC) am Samstagmorgen in Ramallah nur der erste in einer Reihe von Vergeltungsschlägen für den jüngsten palästinensischen Anschlag vom Donnerstagabend. Bei der jüdischen Konfirmation einer Zwölfjährigen in Hadera waren sechs Israelis getötet worden, als ein Palästinenser das Feuer auf die Gäste eröffnete. Der Angreifer wurde anschließend von der Polizei erschossen. Zu dem Anschlag bekannte sich eine militante Splittergruppe der Fatah. Israelische Zeitungen berichteten am Sonntag, der Fatah-Chef im Westjordanland, Marwan Barguti, habe den Überfall in Hadera nach israelischen Geheimdienstinformationen selbst gebilligt.

In der Palästinenserstadt Ramallah kam es am Samstagabend zu stundenlangen heftigen Schusswechseln zwischen israelischen Soldaten und militanten Palästinensern. Nach Augenzeugenberichten eröffneten die Palästinenser das Feuer, als die israelische Armee Panzer in die Nähe des Stadtzentrums verlegten. Es gab jedoch keine Berichte von Verletzten bei den Gefechten. Auch im Bereich von Tulkarem im Norden des Westjordanlands kam es zu vereinzelten Schusswechseln. (APA/dpa)

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