Ein Jahr George W. Bush

20. Jänner 2002, 11:51
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Washington - Am Sonntag ist US-Präsident George W. Bush ein Jahr im Amt. Es war ein Jahr der dramatischen Ereignisse. Mit innenpolitischen Schwerpunkten angetreten, konzentrierte sich Bush seit den Terroranschlägen vom 11. September auf die weltweite Bekämpfung des Terrorismus. Seit dem Sturz der Taliban in Afghanistan hat er sich aber wieder verstärkt der Innenpolitik zugewandt. AFP dokumentiert die wichtigsten Ereignisse seines ersten Amtsjahres:

2001:

20. Jänner: In seiner Antrittsrede verspricht Bush eine Erziehungsreform, eine Neuorganisation der staatlichen Gesundheitsversicherung Medicare und niedrigere Steuern.

29. März: Bush erklärt den Ausstieg der USA aus dem Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz und löst damit weltweite Proteste aus.

14. April: Die USA und China beenden ein zweiwöchiges diplomatisches Tauziehen um ein in der Volksrepublik notgelandetes US-Spionageflugzeug; die 24-köpfige Crew kehrt in die Vereinigten Staaten zurück.

1. Mai: Bush entwirft seine Sicherheitsdoktrin. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung eines Raketenschildes, der die USA vor Angriffen aus "Schurkenstaaten" schützen soll.

10. Mai: Der Kongress billigt Bushs Steuerpläne. Sie sehen die Senkung der Steuern um 1,35 Billionen Dollar über einen Zeitraum von elf Jahren vor.

14: Juni: Bush wirbt auf dem EU-Gipfel in Göteborg vergeblich um Verständnis für seinen Ausstieg aus dem Kyoto-Protokoll. Am Rande der Konferenz kommt es zu gewaltsamen Protesten gegen den US-Präsidenten.

11. September: Zwei von moslemischen Extremisten gekaperte Flugzeuge rasen in die Türme des World Trade Center in New York. Eine weitere entführte Maschine stürzt in das Pentagon. Ein viertes gekapertes Flugzeug stürzt in Pennsylvania ab. Insgesamt rund 3000 Menschen sterben. Bush erfährt von den Anschlägen während eines Schulbesuchs in Florida. Er kehrt aus Sicherheitsgründen erst nach einem halbtägigen Rundflug nach Washington zurück.

20. September: In einer Rede vor Senat und Repräsentantenhaus stellt Bush den in Afghanistan herrschenden Taliban ein letztes Ultimatum, den mutmaßlichen Drahtzieher der Terroranschläge, Osama bin Laden, auszuliefern.

5. Oktober: Ein Fototoredakteur in Florida stirbt an Milzbrand. In den folgenden Wochen tauchen Briefe mit dem Bakterium bei Medienredaktionen, im Kongress und in Postdienststellen auf. Fünf Menschen sterben, mehr als ein Dutzend weitere erkranken. Die Urheber des Bioterrors bleiben unbekannt.

7. Oktober: Die USA starten Luftangriffe gegen die Taliban und das Terrornetzwerk El Kaida in Afghanistan.

13. November: Die afghanische Hauptstadt Kabul fällt in die Hände der von den USA unterstützten Nordallianz.

15.-16. November: Bush und der russische Präsident Wladimir Putin einigen sich bei einem Gipfel in Washington und Texas auf eine drastische Verringerung ihrer Atomwaffenarsenale. Keine Einigung gibt es über den ABM-Rüstungskontrollvertrag von 1972, den Bush für überholt hält.

7. Dezember: Die Taliban flüchten aus Kandahar, ihrer letzten Hochburg.

13. Dezember: Bush gibt den Ausstieg der USA aus dem ABM-Vertrag bekannt. Er macht so den Weg für die weitere Entwicklung des Raketenschilds frei.

2002:

7. Jänner: Bush erklärt den Wiederaufschwung der US-Wirtschaft zu einer seiner Prioritäten für das neue Jahr.

9. Jänner: Das US-Justizministerium startet eine Untersuchung der überraschenden Pleite des Energiekonzerns Enron. Das Weiße Haus bestreitet in den folgenden Tagen jede Verwicklung in die Affäre. Bush war während seiner Wahlkampagne von Enron gesponsert worden. (APA)

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