Lavaströme des Nyiragongo lassen nach

20. Jänner 2002, 10:26
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Kabila verspricht Entsendung eines Katastrophenteams nach Goma

Nairobi/Gisenyi - Drei Tage nach dem verheerenden Ausbruch des ostkongolesischen Vulkans Nyiragongo lässt der Druck der Lavaströme nach. Wie der ruandesische Vulkanologe Dieudonne Wafula am Sonntag bestätigte, seien mehrere Ströme der glühenden Vulkanmasse bereits am Samstag zum Halten gekommen. "Die Gefahr ist zwar noch nicht besiegt, aber augenblicklich gibt es keine Anzeichen für eine bevorstehende Eruption", sagte Wafula im ruandesischen Radio. Unterdessen bemühen sich Helfer weiter, die rund 400.000 Flüchtlinge aus der zerstörten kongolesischen Stadt Goma in rund 20 Kilometer entfernte Notlager zu leiten.

Wafula war mit Hilfe der UNO in einem Hubschrauber über den 3468 Meter hohen Berg der Virunga-Vulkankette Ostkongos geflogen. Allerdings erzeugte der Vulkan auch in der Nacht auf Sonntag eine Reihe teils heftiger Beben in der Region.

Flüchtlinge kehren zurück

Im ersten Camp, Nkarima, konnten nach Angaben der Helfer bis zum Samstagabend lediglich 1000 Menschen untergebracht werden. Tausende Flüchtlinge strömten stattdessen, ungeachtet eindringlicher Warnungen, zurück nach Goma, um dort nach ihren Unterkünften zu sehen.

Der kongolesische Präsident Joseph Kabila versprach am Samstagabend im staatlichen Fernsehen die Entsendung eines Katastrophenteams aus der Hauptstadt Kinshasa nach Goma. Zum ersten Mal seit Ausbruch des Bürgerkriegs vor drei Jahren werden damit Regierungsvertreter den von Rebellen regierten Osten des Landes besuchen. (APA/dpa)

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